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@@ -89,3 +89,6 @@ Borel
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Beschränktheitssatz
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Surjektivität
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Integralformeldarstellung
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prim
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Lejeune
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Primteiler-Zerlegung
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@@ -45,3 +45,5 @@
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{"rule":"LEERZEICHEN_HINTER_DOPPELPUNKT","sentence":"^\\QWir beweisen Satz \\E(?:Dummy|Ina|Jimmy-)[0-9]+\\Q auf Seite pf:14-3-2.\\E$"}
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{"rule":"UPPERCASE_SENTENCE_START","sentence":"^\\Qvon \\E(?:Dummy|Ina|Jimmy-)[0-9]+\\Q.\\E$"}
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{"rule":"UPPERCASE_SENTENCE_START","sentence":"^\\Qkonvergiert bei allen \\E(?:Dummy|Ina|Jimmy-)[0-9]+\\Q!\\E$"}
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{"rule":"DE_CASE","sentence":"^\\QGilt also vielleicht eine Gleichung der Form \\E(?:Dummy|Ina|Jimmy-)[0-9]+\\Q Die Antwort ist vermutlich nein, denn wir wissen aus Erfahrung, dass Primzahlen immer seltener werden, je größer die Zahlen werden.\\E$"}
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{"rule":"UPPERCASE_SENTENCE_START","sentence":"^\\Qdie Folge aller Primzahlen, nach Größe sortiert.\\E$"}
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@@ -208,7 +208,7 @@ Satz von Weierstraß bewiesen. \qed
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\subsection{Uneigentliche Integrale rationaler Funktionen}
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Der Residuensatz erlaubt die Berechnung gewisser uneigentlichen Integrale. Ich
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skizziere das Vorgehen am Beispiel rationaler Funktionen.
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skizziere das Vorgehen am Beispiel rationaler Funktionen.
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\begin{beobachtung}
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Sei $f(z) = \frac{a(z)}{b(z)}$ eine rationale Funktion, wobei folgendes gilt.
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@@ -244,17 +244,17 @@ skizziere das Vorgehen am Beispiel rationaler Funktionen.
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Dann hängt das Integral über $γ_r$ nicht von $r$ ab, und es gilt nach dem
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Residuensatz
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\[
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\int_{\gamma_r} f(z) \, dz = 2π i \sum_{\Im z > 0} \Res(f,z).
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\int_{γ_r} f(z) \, dz = 2π i \sum_{\Im z > 0} \Res(f,z).
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\]
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Auf der anderen Seite ist
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\[
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\int_{\gamma_r} f(z) \, dz = \int_{-r}^r f(x) dx + \int_{\text{oberer Halbkreis}} f(z) \, dz.
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\int_{γ_r} f(z) \, dz = \int_{-r}^r f(x) dx + \int_{\text{oberer Halbkreis}} f(z) \, dz.
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\]
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Jetzt rechne man nach, dass die Bedingung $\deg b \ge \deg a + 2$ impliziert,
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dass es eine Konstante $\operatorname{const}^+ ∈ ℝ⁺$ gibt, sodass für alle
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dass es eine Konstante $\operatorname{const}⁺ ∈ ℝ⁺$ gibt, sodass für alle
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hinreichend großen $r$ gilt:
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\[
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\max_{|z| = r} |f(z)| ≤ \operatorname{const}^+·{r^{-2}}.
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\max_{|z| = r} |f(z)| ≤ \operatorname{const}⁺·{r^{-2}}.
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\]
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Das bedeutet, dass das Integral über den oberen Halbkreis für $r → ∞$ gegen
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null geht. Insgesamt ergibt sich also die folgende Formel.
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16-Zahlentheorie.tex
Normal file
261
16-Zahlentheorie.tex
Normal file
@@ -0,0 +1,261 @@
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% spell checker language
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\selectlanguage{german}
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\chapter{Anwendungen in der Zahlentheorie}
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\section{Der Primzahlsatz}
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Wir fragen naiv: Wie viele Primzahlen gibt es? Die Antwort ist bekannt: Es gibt
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unendlich viele Primzahlen. Eine sinnvollere Frage ist vielleicht die folgende.
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\begin{frage}
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Gegeben $x ∈ ℝ$, betrachte die Funktion
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\[
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π : ℝ → ℕ, \quad x ↦ \# \text{ Primzahlen } \le x.
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\]
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Wie entwickelt sich die Funktion $π$ asymptotisch?
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\end{frage}
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\begin{rem}
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Man könnte präziser Fragen: Wächst die Zahl der Primzahlen bis $x$ vielleicht
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asymptotisch linear? Gilt also vielleicht eine Gleichung der Form
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\[
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\frac{π(x)}{x} \underset{x → ∞}{\sim} \operatorname{const}?
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\]
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Die Antwort ist vermutlich \emph{nein}, denn wir wissen aus Erfahrung, dass
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Primzahlen immer seltener werden, je größer die Zahlen werden. Aber wie
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genau?
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\end{rem}
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\begin{satz}[Primzahlsatz]
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Es ist $\lim_{x → ∞} \frac{π(x) · \log(x)}{x} = 1$.
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\end{satz}
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\begin{rem}[Interpretation des Primzahlsatzes]
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Sei $x$ sehr groß. Dann ist $π(x)$ ungefähr gleich $\frac{x}{\log(x)}$.
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Gegeben eine Zufallszahl $\le x$, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass diese
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Zufallszahl prim ist, in etwa $\frac{1}{\log(x)}$.
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\end{rem}
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\begin{bemerkung}
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Die Konvergenz $\frac{π(x) · \log(x)}{x} → 1$ ist unglaublich langsam.
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\end{bemerkung}
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\subsection{Die Riemann'sche $ζ$-Funktion}
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Der Hauptakteur in diesem Kapitel ist die Riemannsche $ζ$-Funktion.
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\begin{defn}[Riemannsche $ζ$-Funktion]
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Es sei $U$ die offene Menge
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\[
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U := \{ z ∈ ℂ \::\: \mathfrak{Re}(z) > 1 \}.
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\]
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Die \emph{Riemannsche $ζ$-Funktion}\index{Riemannsche $ζ$-Funktion} ist die
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Grenzfunktion der folgenden Reihe (deren Konvergenz wir später noch zeigen
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werden)
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\begin{equation}\label{eq:16-zeta-def}
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ζ: U → ℂ, \quad z ↦ \sum_{k=1}^{∞} \frac{1}{k^z}.
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\end{equation}
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\end{defn}
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\begin{rem}
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---
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\begin{enumerate}
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\item Die Funktionenfolge \eqref{eq:16-zeta-def} ist \emph{keine}
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Potenzreihe. Die Zahl $z$ steht im Exponenten!
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\item Die Zahl $k^z$ ist definiert als $k^z = \exp(z · \log k)$. Dabei ist
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$\log k$ der gew\"ohnliche Logarithmus der positiven reellen Zahl $k$.
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\item Funktionenfolgen dieser Form heißen
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\emph{Dirichlet-Reihen}\index{Dirichlet-Reihe}\footnote{Johann Peter
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Gustav Lejeune Dirichlet (* 13.~Februar 1805 in Düren; † 5.~Mai 1859 in
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Göttingen) war ein deutscher Mathematiker.}.
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\item Aus der Analysis-Vorlesung wissen wir: für alle $z ∈ U$ konvergiert
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die Reihe absolut. Besser: gegeben $α ∈ ℝ^{> 1}$, dann konvergiert die
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Reihe auf der Menge
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\[
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||||
U_α = \{ z ∈ ℝ \::\: \mathfrak{Re}(z) \ge α \}
|
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\]
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sogar gleichmäßig. Also konvergiert die Reihe auf $U$ lokal gleichmäßig
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und die Grenzfunktion $ζ$ ist holomorph.
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||||
\item Wir erinnern uns: die harmonische Reihe $\sum \frac{1}{k}$ konvergiert
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nicht!
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\end{enumerate}
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\end{rem}
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An dieser Stelle werden Sie sich vermutlich fragen, was die Riemann'sche
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$ζ$-Funktion mit unserer Frage nach der Verteilung von Primzahlen zu tun hat.
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Hier eine erste Antwort.
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\begin{satz}[Riemann'sche $ζ$-Funktion und Primzahlen]\label{beh:16-euler-prod}%
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Bezeichne mit $p_1, p_2, …$ die Folge aller Primzahlen, nach Größe sortiert.
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Dann gilt für jedes $z ∈ U$ die folgende Gleichung:
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\begin{equation}\label{eq:16-euler-prod}
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ζ(z) = \lim_{n → ∞} \prod_{i=1}^{n} \left( 1 - \frac{1}{p_i^z} \right)^{-1}
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\end{equation}
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konvergiert gegen $ζ(z)$. Zusätzlich gilt: die Funktionenfolge auf der
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rechten Seite von \eqref{eq:16-euler-prod} konvergiert auf $U$ lokal
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gleichmäßig. Die Konvergenz und Grenzfunktion ist unabhängig von der
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Reihenfolge. Genauer gesagt: Ist $σ: ℕ → ℕ$ bijektiv, dann konvergiert auch
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die Funktionenfolge
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\[
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||||
\prod_{i=1}^{n} \left( 1 - \frac{1}{p_{σ(i)}^z} \right)
|
||||
\]
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||||
lokal gleichmäßig gegen $ζ$.
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||||
\end{satz}
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\begin{rem}[Eulersche Produktdarstellung]
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Gleichung \eqref{eq:16-euler-prod} wird auch \emph{Eulersche
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Produktdarstellung}\index{Eulersche Produktdarstellung}\index{Leonhard Euler
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(* 15.~April 1707 in Basel; † 18.~September 1783 in Sankt Petersburg) war ein
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||||
Schweizer Mathematiker, Physiker, Astronom, Geograph, Logiker und Ingenieur.}
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||||
der Riemann'schen $ζ$-Funktion genannt.
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||||
\end{rem}
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Bevor wir überhaupt an einen Beweis des Satzes~\ref{beh:16-euler-prod} denken,
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stellen sich sofort einige Fragen.
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\begin{enumerate}
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\item\label{il:16-1-9-1} Wieso konvergiert \eqref{eq:16-euler-prod} überhaupt?
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Und wieso dann auch noch unabhängig von Reihenfolge und lokal gleichmäßig?
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\item\label{il:16-1-9-2} Wenn wir die Konvergenz irgendwie beweisen können, wo
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ist dann eigentlich der Zusammenhang zur $ζ$-Funktion?
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\end{enumerate}
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\subsection{Konvergenz von Produkten von Funktionen}
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Der folgende Satz beantwortet die erste Frage~\ref{il:16-1-9-1}.
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\begin{satz}\label{satz:16-prod-fn}%
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Es sei $X$ eine Menge und es sei $f_n: X → ℂ$ eine Folge von Funktionen,
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sodass die folgende Folge
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\[
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\sum_{i=1}^{n} | f_i - 1 |
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||||
\]
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gleichmäßig gegen eine beschränkte Funktion konvergiert. Dann konvergiert
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||||
auch die Funktionenfolge
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\begin{equation}\label{eq:16-prod-fn}
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||||
\prod_{i=1}^{n} f_i
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\end{equation}
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gleichmäßig gegen eine beschränkte Funktion $f$. Zusätzlich gilt Folgendes.
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\begin{enumerate}
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\item Für jedes $x ∈ X$ folgt aus $f(x) = 0$, dass ein Index $i$ existiert
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mit $f_i(x) = 0$.
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\item Die Produkte \eqref{eq:16-prod-fn} konvergieren unabhängig von
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Reihenfolge.
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\end{enumerate}
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\end{satz}
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\begin{proof}[Beweis von Satz~\ref{satz:16-prod-fn}]
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Ich möchte $\sum \log f_n$ betrachten. Dazu sei $S ⊂ ℂ$ die geschlitzte
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Ebene. Dort existiert $\log$ als holomorphe Funktion.
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Gegeben $x ∈ X$, dann konvergiert die Folge $\sum |f_n(x) - 1|$ per Annahme.
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Also konvergiert $f_n(x)$ gegen $1$. Also liegt für alle ausreichend großen
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$n ∈ ℕ$ die Zahl $f_n(x)$ in $S$. Es gilt aber noch mehr, denn die Reihe
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$\sum | f_n - 1 |$ konvergiert per Annahme sogar gleichmäßig. Damit gilt:
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\[
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∃ N ∈ ℕ: \forall n > N: \forall x ∈ X: f_n(x) ∈ S.
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\]
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Damit ist zumindest der Ausdruck $\sum_{n > N} \log f_n$ sinnvoll. Fragt sich
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aber, ob der Ausdruck konvergiert.
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Elementare Analysis zeigt aber: Für $z$ nahe an $1$ ist
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\[
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| \log z | < \operatorname{const} · | z - 1 |.
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\]
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Ganz präzise:
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\[
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∃ \operatorname{const} ∈ ℝ⁺ : ∃ δ < 1 : \forall z ∈ B_{δ}(1) :
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| \log z | < \operatorname{const} · | z - 1 |.
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\]
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||||
Zusammenfassung: Weil $\sum | f_n - 1 |$ gleichmäßig gegen eine beschränkte
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Grenzfunktion konvergiert, konvergiert $\sum_{n > N} \log f_n$ gleichmäßig
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gegen eine betragsmäßig beschränkte Grenzfunktion $L$.
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Wir wissen auch: $\exp$ ist auf jedem Kompaktum gleichmäßig stetig, also
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insbesondere auf der Umgebung der $1$, in der alle Bilder von $f_n$, $n > N$
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liegen. Als Konsequenz sehen wir, dass
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\[
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||||
\prod_{n > N} f_n = \exp \sum_{n > N} \log f_n
|
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\]
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gleichmäßig gegen $\exp L$ konvergiert. Insbesondere konvergiert
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\begin{equation}\label{eq:16-prod-fn-2}
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\prod_{n ∈ ℕ} f_n
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\quad\text{gegen}\quad
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\left( \prod_{n=1}^{N} f_n \right) · \exp L.
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\end{equation}
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Die Annahme, dass $\sum |f_n - 1|$ gleichmäßig gegen eine \emph{beschränkte}
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Funktion konvergiert, stellt sicher, dass alle $f_n$ sind beschränkt sind, und
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ebenso $\prod_{n=1}^{N} f_n$. Daher ist die Konvergenz von
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\eqref{eq:16-prod-fn-2} gleichmäßig. Für die Beweise Zusatzbehauptungen bin
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ich zu faul.
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\end{proof}
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\begin{beobachtung}[Anwendung von Satz~\ref{satz:16-prod-fn} auf die Eulersche Produktdarstellung]
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Wir betrachten die Funktionen
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\[
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f_n: U → ℂ, \quad z ↦ 1 - \frac{1}{p_n^z}.
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\]
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Dann ist $|f_n - 1| = \frac{1}{p_n^z}$ und die Reihe
|
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\[
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||||
\sum |f_n - 1| = \sum \left| \frac{1}{p_n^z} \right|
|
||||
\]
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||||
konvergiert lokal gleichmäßig. Also konvergiert die Funktionenfolge
|
||||
\[
|
||||
\prod \left( 1 - \frac{1}{p_n^z} \right)
|
||||
\]
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nach Satz~\ref{satz:16-prod-fn} lokal gleichmäßig und unabhängig von der
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Reihenfolge. Die Inversen-Abbildung
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\[
|
||||
ℂ^* → ℂ^*, \quad z ↦ z^{-1}
|
||||
\]
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ist aber lokal gleichmäßig stetig. Also konvergiert
|
||||
\[
|
||||
\prod \left( 1 - \frac{1}{p_n^z} \right)^{-1}
|
||||
\]
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lokal gleichmäßig und unabhängig von der Reihenfolge.
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\end{beobachtung}
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\subsection{Zusammenhang zur $ζ$-Funktion}
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Der folgende Satz beantwortet die zweite Frage~\ref{il:16-1-9-2}: Woher kommt
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die Verbindung zur $ζ$-Funktion? Ich präsentiere die Antwort in einer Reihe von
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Beobachtungen.
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\begin{beobachtung}
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||||
Es sei $z ∈ U$ gegeben und es sei $p$ eine Primzahl. Dann ist
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\[
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||||
\frac{1}{1 - \frac{1}{p^z}} = 1 + \frac{1}{p^z} + \frac{1}{(p^z)²} + \frac{1}{(p^z)³} + ⋯
|
||||
\]
|
||||
\end{beobachtung}
|
||||
|
||||
\begin{beobachtung}
|
||||
Es sei $z ∈ U$ gegeben und es seien $p, q$ zwei Primzahlen. Dann ist
|
||||
\[
|
||||
\left( \frac{1}{1 - \frac{1}{p^z}} \right) \left( \frac{1}{1 - \frac{1}{q^z}} \right)
|
||||
= \sum_{a,b ∈ ℕ} \frac{1}{(p^a · q^b)^z}.
|
||||
\]
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||||
Ich stelle fest: Die Menge $\{ p^a · q^b \::\: a,b ∈ ℕ\}$ ist genau die Menge
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der Zahlen, deren Primteiler-Zerlegung nur $p$ und $q$ enthält.
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\end{beobachtung}
|
||||
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||||
\begin{beobachtung}
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Es sei $z ∈ U$ gegeben und es seien $p_1, …, p_n$ die ersten $n$ Primzahlen.
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Dann ist
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\[
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||||
\prod_{i=1}^{n} \left( 1 - \frac{1}{p_i^z} \right)^{-1}
|
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= \sum_{k ∈ \mathcal{Z}_n} \frac{1}{k^z}
|
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\]
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wobei $\mathcal{Z}_n$ die Zahlen sind, in deren Primteiler-Zerlegung nur $p_1,
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…, p_n$ vorkommen. Elementare Analysis zeigt jetzt aber: die rechte Seite
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konvergiert gegen $ζ(z)$.
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\end{beobachtung}
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% !TEX root = Funktionentheorie
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@@ -169,6 +169,7 @@ Link in den Text ein.
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\input{14-harmonic}
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\input{15-RiemannMapping}
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\input{16-Zahlentheorie}
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\addchap{Lizenz}
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Reference in New Issue
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