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Stefan Kebekus
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@@ -55,6 +55,8 @@
Damit ist Satz~\ref{satz:12-5-1} bewiesen.
\end{proof}
\sideremark{Vorlesung 18}
\begin{kor}[Satz von Rouché\footnote{Eugène Rouché (* 18.~August 1832 in
Sommières, Département Hérault; † 19.~August 1910 in Lunel) war ein
französischer Mathematiker. }]\label{kor:12-5-2}%
@@ -139,10 +141,10 @@ sodass für $z$ in einer Umgebung von $p$ folgendes gilt.
\subsection{Beweis des Satzes von Weierstraß}
Die Vorüberlegung legt nahe, den Satz von MittagLeffler zu verwenden. Sei also
$g ∈ 𝒪( P)$ eine Funktion, deren Hauptteil an jeder Stelle $p ∈ P$ exakt
gleich $\frac{n(p)}{z-p}$ ist. Das Ziel ist jetzt, aus der Funktion $g$ die
gesuchte Funktion $f$ zu konstruieren.
Die Vorüberlegung legt nahe, den Satz~\ref{satz:mittag-leffler} von
MittagLeffler zu verwenden. Sei also $g ∈ 𝒪( P)$ eine Funktion, deren
Hauptteil an jeder Stelle $p ∈ P$ exakt gleich $\frac{n(p)}{z-p}$ ist. Das Ziel
ist jetzt, aus der Funktion $g$ die gesuchte Funktion $f$ zu konstruieren.
\begin{erinnerung}
Der Residuensatz besagt, dass für jede geschlossene Kurve $γ$ in $ P$ gilt:
@@ -206,34 +208,61 @@ Satz von Weierstraß bewiesen. \qed
\subsection{Uneigentliche Integrale rationaler Funktionen}
Der Residuensatz erlaubt die Berechnung gewisser uneigentlichen Integrale. Ich
skizziere das Vorgehen am Beispiel rationaler Funktionen. Sei $f(z) =
\frac{a(z)}{b(z)}$ eine rationale Funktion, wobei folgendes gilt.
\begin{enumerate}
\item Die Funktion $f$ habe auf der reellen Achse keine Polstellen.
skizziere das Vorgehen am Beispiel rationaler Funktionen.
\item Die Grade der Polynome $a(z)$ und $b(z)$ erfüllen die Ungleichung $\deg
b \ge \deg a + 2$.
\end{enumerate}
und $f$ habe auf der reellen Achse keine Pole. Dann kann man den Residuensatz
anwenden, um das uneigentliche Integral
\[
\int_{-}^{} f(x) \, dx
\]
zu berechnen. Beachte dazu folgendes: Wenn $r ∈ ℝ⁺$ hinreichend groß ist, dann
liegen alle Polstellen von $f$ im Inneren der Kreisscheibe $B_r(0)$. Sei $γ_r$
der folgende geschlossene Weg:
\begin{itemize}
\item Gehe entlang der reellen Achse von $-r$ nach $r$.
\begin{beobachtung}
Sei $f(z) = \frac{a(z)}{b(z)}$ eine rationale Funktion, wobei folgendes gilt.
\begin{enumerate}
\item Die Funktion $f$ habe auf der reellen Achse keine Polstellen.
\item Die Grade der Polynome $a(z)$ und $b(z)$ erfüllen die Ungleichung
$\deg b \ge \deg a + 2$.
\end{enumerate}
und $f$ habe auf der reellen Achse keine Pole. Dann kann man den Residuensatz
anwenden, um das uneigentliche Integral
\[
\int_{-}^{} f(x) \, dx
\]
zu berechnen. Beachte dazu folgendes: Wenn $r ∈ ℝ⁺$ hinreichend groß ist,
dann liegen alle Polstellen von $f$ im Inneren der Kreisscheibe $B_r(0)$. Sei
$γ_r$ der in Abbildung~\ref{fig:13-1-1} skizzierte geschlossene Weg:
\begin{itemize}
\item Gehe entlang der reellen Achse von $-r$ nach $r$.
\item Gehe entlang des Halbkreises $\{r·exp(i·t) \::\: 0 ≤ t ≤ π\}$ von $r$
nach $-r$ zurück.
\end{itemize}
\begin{figure}
\begin{center}
\includegraphics[width=8cm]{13-integration.png}
\end{center}
\caption{Integrationsweg}
\label{fig:13-1-1}
\end{figure}
Dann hängt das Integral über $γ_r$ nicht von $r$ ab, und es gilt nach dem
Residuensatz
\[
\int_{\gamma_r} f(z) \, dz = 2π i \sum_{\Im z > 0} \Res(f,z).
\]
Auf der anderen Seite ist
\[
\int_{\gamma_r} f(z) \, dz = \int_{-r}^r f(x) dx + \int_{\text{oberer Halbkreis}} f(z) \, dz.
\]
Jetzt rechne man nach, dass die Bedingung $\deg b \ge \deg a + 2$ impliziert,
dass es eine Konstante $\operatorname{const}^+ ∈ ℝ⁺$ gibt, sodass für alle
hinreichend großen $r$ gilt:
\[
\max_{|z| = r} |f(z)| ≤ \operatorname{const}^+·{r^{-2}}.
\]
Das bedeutet, dass das Integral über den oberen Halbkreis für $r → ∞$ gegen
null geht. Insgesamt ergibt sich also die folgende Formel.
\[
\int_{-}^{} f(x) \, dx = 2π i \sum_{\Im z > 0} \Res(f,z).
\]
\end{beobachtung}
\item Gehe entlang des Halbkreises $\{r·exp(i·t) \::\: 0 ≤ t ≤ π\}$ von $r$
nach $-r$ zurück.
\end{itemize}
Dann hängt das Integral über $γ_r$ nicht von $r$ ab, und es gilt nach dem
Residuensatz
\[
\int_{-r}^{r} f(z) \, dz = 2π i \sum_{\Im z > 0} \Res(f,z),
\]
da das Integral über den oberen Halbkreis für $r → ∞$ verschwindet.
\begin{rem}[Variante]
Sei $f(z) = \dfrac{a(z)}{b(z)}$ rational ohne Pole auf der reellen Achse und

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