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Stefan Kebekus
2025-12-16 14:48:23 +01:00
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@@ -92,3 +92,10 @@ Integralformeldarstellung
prim
Lejeune
Primteiler-Zerlegung
Fortsetzbarkeit
Abrundungsfunktion
Pforta
Primzahlquadrat
Mangoldt-Funktion
Mangoldt
Danzig-Langfuhr

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@@ -47,3 +47,4 @@
{"rule":"UPPERCASE_SENTENCE_START","sentence":"^\\Qkonvergiert bei allen \\E(?:Dummy|Ina|Jimmy-)[0-9]+\\Q!\\E$"}
{"rule":"DE_CASE","sentence":"^\\QGilt also vielleicht eine Gleichung der Form \\E(?:Dummy|Ina|Jimmy-)[0-9]+\\Q Die Antwort ist vermutlich nein, denn wir wissen aus Erfahrung, dass Primzahlen immer seltener werden, je größer die Zahlen werden.\\E$"}
{"rule":"UPPERCASE_SENTENCE_START","sentence":"^\\Qdie Folge aller Primzahlen, nach Größe sortiert.\\E$"}
{"rule":"DE_SENTENCE_WHITESPACE","sentence":"^\\QNun gilt: \\E(?:Dummy|Ina|Jimmy-)[0-9]+\\Q, also \\E(?:Dummy|Ina|Jimmy-)[0-9]+\\Q.\\E$"}

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@@ -3,6 +3,8 @@
\chapter{Der Riemannsche Abbildungssatz}
\sideremark{Vorlesung 20}
\begin{satz}[Riemannscher Abbildungssatz]\label{satz:14-5-1}%
\index{Riemannscher Abbildungssatz}Es sei $U ⊊ $ offen, zusammenhängend und
einfach zusammenhängend. Dann ist $U$ biholomorph zur Kreisscheibe $B_1(0)$.

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@@ -55,7 +55,7 @@ Der Hauptakteur in diesem Kapitel ist die Riemannsche $ζ$-Funktion.
Grenzfunktion der folgenden Reihe (deren Konvergenz wir später noch zeigen
werden)
\begin{equation}\label{eq:16-zeta-def}
ζ: U → , \quad z ↦ \sum_{k=1}^{} \frac{1}{k^z}.
ζ: U → , \quad z ↦ \sum_{k=1}^ \frac{1}{k^z}.
\end{equation}
\end{defn}
@@ -110,10 +110,10 @@ Hier eine erste Antwort.
\begin{rem}[Eulersche Produktdarstellung]
Gleichung \eqref{eq:16-euler-prod} wird auch \emph{Eulersche
Produktdarstellung}\index{Eulersche Produktdarstellung}\index{Leonhard Euler
(* 15.~April 1707 in Basel; † 18.~September 1783 in Sankt Petersburg) war ein
Schweizer Mathematiker, Physiker, Astronom, Geograph, Logiker und Ingenieur.}
der Riemann'schen $ζ$-Funktion genannt.
Produktdarstellung}\index{Eulersche Produktdarstellung}\footnote{Leonhard
Euler (* 15.~April 1707 in Basel; † 18.~September 1783 in Sankt Petersburg)
war ein Schweizer Mathematiker, Physiker, Astronom, Geograf, Logiker und
Ingenieur.} der Riemann'schen $ζ$-Funktion genannt.
\end{rem}
Bevor wir überhaupt an einen Beweis des Satzes~\ref{beh:16-euler-prod} denken,
@@ -258,4 +258,285 @@ Beobachtungen.
konvergiert gegen $ζ(z)$.
\end{beobachtung}
\section{Fortsetzbarkeit von $ζ$}
\sideremark{Vorlesung}
\begin{satz}[Fortsetzbarkeit von $ζ$]\label{satz:16-2-1}%
Die Funktion $ζ(s) - \frac{s}{s-1}$ besitzt eine holomorphe Fortsetzung auf
$\{ s \mid \mathfrak{Re}(s) > 0 \}$. Insbesondere besitzt $ζ(s)$ eine
holomorphe Fortsetzung auf $\{ s \mid \mathfrak{Re}(s) > 0, s \ne 1 \}$ und
hat in $1$ einen Pol erster Ordnung mit $\Res_1(ζ) = 1$.
\end{satz}
\begin{rem}[Notation][Abrunden]
Für $x ∈ $ schreiben wir
\[
⌊ x ⌋ := \max\{ k ∈ \mid k \le x \}.
\]
Die Funktion $x ↦ ⌊x⌋$ heißt
\emph{Abrundungsfunktion}\index{Abrundungsfunktion} oder
\emph{Floor-Funktion}\index{Floor-Funktion}.
\end{rem}
\begin{rem}
Für jedes $x ∈ $ gilt $|x - ⌊x⌋| < 1$.
\end{rem}
\begin{proof}[Beweis von Satz~\ref{satz:16-2-1}]
Für jede komplexe Zahl mit $\mathfrak{Re}(s) > 1$ gilt folgendes:
\begin{align*}
ζ(s) = \sum_{n=1}^\frac{1}{n^s} & = \sum_{n=1}^\frac{n - (n-1)}{n^s} \\
&= \sum_{n=1}^∞ n·\frac{1}{n^s} - \sum_{n=0}^∞ n·\frac{1}{(n+1)^s} \\
&= \sum_{n=1}^∞ n·\frac{1}{n^s} - \sum_{n=1}^∞ n·\frac{1}{(n+1)^s} \\
&= \sum_{n=1}^∞ n·\left( \frac{1}{n^s} - \frac{1}{(n+1)^s} \right) \\
&= \sum_{n=1}^∞ n·\int_n^{n+1} \frac{s}{x^{s+1}} \, dx \\
&= s · \sum_{n=1}^\int_n^{n+1} \frac{⌊x⌋}{x^{s+1}} \, dx && \text{für $x ∈ [n, n+1)$ ist $⌊x⌋ = n$} \\
&= s · \int_1^\frac{⌊x⌋}{x^{s+1}} \, dx.
\intertext{Nun gilt: $s · \int_1^\frac{x}{x^{s+1}} \, dx = \frac{s}{s-1}$, also}
ζ(s) - \frac{s}{s-1} & = s · \int_1^\frac{⌊ x ⌋ - x}{x^{s+1}} \, dx.
\end{align*}
Es genügt also zu zeigen, dass die Funktion
\[
s ↦ \int_1^\frac{⌊x⌋ - x} {x^{s+1}} \, dx
\]
auf der offenen Menge
\[
\{ s ∈ \::\: \mathfrak{Re}(s) > 0 \}
\]
lokal gleichmäßig konvergiert. Dies folgt aus der Abschätzung
\[
\left| \int_1^\frac{⌊x⌋ - x}{x^{s+1}} \, dx \right|
\int_1^\frac{|⌊x⌋ - x|}{x^{\mathfrak{Re}(s)+1}} \, dx
\int_1^\frac{1}{x^{\mathfrak{Re}(s)+1}} \, dx
= \frac{1}{\mathfrak{Re}(s)}.
\]
\end{proof}
\begin{bemerkung}
Mit mehr Arbeit lässt sich $ζ(s)$ sogar holomorph auf $ \{1\}$ fortsetzen.
Bezeichnet $Γ$ die Gamma-Funktion, so gilt
\[
ζ(s) = 2^s π^{s-1} · \sin\left(\frac{π s}{2}\right) ·
Γ(1-s) · ζ(1-s).
\]
Insbesondere gilt $ζ(-2k) = 0$ für $k ∈ _{>0}$, denn es ist $Γ(k) = (k-1)!$
wenn $k ∈ _{>0}$. Diese Nullstellen heißen die \emph{trivialen Nullstellen}
der Riemannschen $ζ$-Funktion. Für $k ∈ _{\le 0}$ hat $Γ$ einfache Pole.
\end{bemerkung}
\begin{bemerkung}
Die holomorphe Fortsetzung von $ζ$ auf $\{s \mid \mathfrak{Re}(s) > 0, s \ne
1\}$ und $ \{1\}$ ist mysteriös! Es ist sehr wenig über diese Funktion
bekannt. Das wenige was bekannt ist, ist recht schwer zu beweisen.
\end{bemerkung}
\section{Nullstellen der $ζ$-Funktion}
Wir zeigen in diesem Abschnitt, dass die $ζ$-Funktion keine Nullstelle $s$ mit
$\mathfrak{Re}(s) \ge 1$ besitzt.
\subsection{Einschub über Faltungen}
Faltungen sind ein wichtiges Werkzeug beim Umgang mit Dirichlet-Reihen.
\begin{konstruktion}[Faltungen]
Betrachte die Menge
\[
\mathcal{A} = \{ f: ℕ⁺ → \}.
\]
Gegeben $f, g ∈ \mathcal{A}$ definiere $(f \ast g)\mathcal{A}$ durch
\[
(f \ast g)(n) := \sum_{d \mid n} f(d) · g\left(\frac{n}{d}\right).
\]
Dabei läuft die Summe läuft Teiler $d$ von $n$ mit $d \ge 1$. Man nennt $f
\ast g$ die \emph{Faltung von $f$ und $g$}\index{Faltung}.
\end{konstruktion}
\begin{fakt}[Ringstruktur mit Faltungen]
Die Menge $\mathcal{A}$ wird durch die Operationen „$+$“ und „$\ast$“ zu einem
kommutativen Ring mit Einselement, wobei das Einselement die Funktion
\[
η : , \quad n ↦
\begin{cases}
1, & \text{falls } n = 1 \\
0, & \text{sonst}
\end{cases}
\]
ist. Ist $f ∈ \mathcal{A}$, so existiert ein genau dann ein multiplikativ
Inverses, also ein $g ∈ \mathcal{A}$ mit $f \ast g = η$, wenn $f(1) \ne 0$
ist.
\end{fakt}
\begin{rem}[Warum Faltungen?]
Gegeben ein $f ∈ \mathcal{A}$, so kann man formal eine Dirichlet-Reihe
\[
F(s) = \sum_{n=1}^\frac{f(n)}{n^s}
\]
definieren.
\end{rem}
\begin{fakt}[Faltungen und Dirichlet-Reihen]
Sind $F, G$ Dirichlet-Reihen zu $f, g ∈ \mathcal{A}$, so gilt
\[
F(s) · G(s) = \sum_{n=1}^\frac{(f \ast g)(n)}{n^s}. \eqno\qed
\]
\end{fakt}
\begin{bemerkung}[Möbius-Funktion]
Im Spezialfall mit $f \equiv 1$ erhalten wir so die Riemannsche $ζ$-Funktion.
Das multiplikative Inverse von $f$, also die Funktion $μ ∈ \mathcal{A}$ mit $f
\ast μ = 1$, heißt die \emph{Möbius-Funktion}\footnote{August Ferdinand Möbius
(* 17.~November 1790 in Pforta; † 26.~September 1868 in Leipzig) war ein
deutscher Mathematiker und Astronom an der Universität Leipzig.}. Diese
beschreibt die Dirichlet-Reihe von $\frac{1}{ζ(s)}$. Die Möbius-Funktion kann
explizit durch folgende Formel beschrieben werden
\[
μ(n) = \begin{cases}
1, & n = 1 \\
0, & \text{wenn $n$ durch ein Primzahlquadrat teilbar ist} \\
(-1)^r, & \text{wenn $n$ das Produkt von $r$ verschiedenen Primzahlen ist}
\end{cases}
\]
Beispielsweise ist $μ(1) = 1$, $μ(12) = 0$, $μ(6) = 1$, $μ(30) = -1$. Für uns
ist nur wichtig: Die Möbius-Funktion $μ$ ist betragsmäßig durch 1 beschränkt!
\end{bemerkung}
Damit können wir einen Teil der Behauptung zeigen.
\begin{lemma}[Nullstellen von $ζ$ für $\mathfrak{Re}(s) > 1$]
Sei $s ∈ $. Falls $\mathfrak{Re}(s) > 1$ ist, so ist $ζ(s) \ne 0$.
\end{lemma}
\begin{proof}
Vorüberlegung: gegeben eine komplexe Zahl $s$ mit $ζ(s) \ne 0$ und Realteil $σ
= \mathfrak{Re}(s)$. Dann gilt:
\[
\left| \frac{1}{ζ(s)} \right| \le \sum_{n=1}^\frac{(n)|}{n^s}
\le \sum_{n=1}^\frac{1}{n^σ} = ζ(σ).
\]
Anders formuliert:
\begin{equation}\label{eq:16-3-6-1}
|ζ(s)| \ge \frac{1}{ζ(σ)} > 0.
\end{equation}
Wir argumentieren jetzt mit Widerspruch und nehmen an, dass eine komplexe Zahl
$s_0 = σ_0 + it_0$ mit $σ_0 > 1$ und $ζ(s_0) = 0$ gegeben ist. Beachte, dass
die Menge der Nullstellen von $ζ$, die den Realteil $σ_0$ haben, nach dem
Identitätssatz eine diskrete Menge ist. Dann gilt für alle $s$ mit
$\mathfrak{Re}(s) = σ_0$, die nicht in dieser diskreten Menge liegen und für
die also $ζ(s) \ne 0$ ist, die Abschätzung~\ref{eq:16-3-6-1}. Dann kann $|ζ|$
aber nicht stetig sein.
\end{proof}
Um Nullstellen $s$ mit $\mathfrak{Re}(s) = 1$ auszuschließen, müssen wir noch
etwas arbeiten.
\begin{defn}[Mangoldt-Funktion]
Definiere die von Mangoldt-Funktion\footnote{Hans Karl Friedrich von Mangoldt
(* 18.~Mai 1854 in Weimar, Sachsen-Weimar-Eisenach; † 27.~Oktober 1925 in
Danzig-Langfuhr) war ein deutscher Mathematiker und königlich preußischer
Geheimer Regierungsrat.}\index{Mangoldt-Funktion} $Λ ∈ \mathcal{A}$ durch
\[
Λ(n) := \begin{cases}
\ln p & \text{wenn } n = p^k \text{ für } p \text{ prim} \\
0 & \text{sonst.}
\end{cases}
\]
\end{defn}
\begin{lemma}[Die Mangoldt-Funktion und die logarithmische Ableitung von $ζ$]
Für komplexe Zahlen $s$ mit $\mathfrak{Re}(s) > 1$ ist
\[
-\frac{ζ'(s)}{ζ(s)} = \sum_{n=1}^\frac{Λ(n)}{n^s}.
\]
\end{lemma}
\begin{proof}
Es sei $ε ∈ \mathcal{A}$ die konstante Funktion mit Wert $1$. Dann ist $ζ$
durch die zu $ε$ gehörende Dirichlet-Reihe gegeben. Gegeben eine Zahl $n ∈
ℕ⁺$, so gilt:
\[
\log n = \sum_{d \mid n} Λ(d) = (ε \ast Λ)(n).
\]
Das bedeutet:
\[
-ζ'(s) = \sum_{n=1}^\frac{\ln(n)}{n^s}
= \sum_{n=1}^\frac{(ε \ast Λ)(n)}{n^s}
= ζ(s) · \sum_{n=1}^\frac{Λ(n)}{n^s}.
\]
\end{proof}
Damit können wir den letzten Schritt machen.
\begin{satz}[Nullstellenfreiheit von $ζ$ für $\mathfrak{Re}(s) \ge 1$]
Es sei $s$ eine komplexe Zahl mit $\mathfrak{Re}(s) \ge 1$. Dann ist $ζ(s)
\ne 0$.
\end{satz}
\begin{proof}
Es ist „nur“ noch der Fall $\mathfrak{Re}(s) = 1$ zu erledigen. Gegeben $s_0$
mit $\mathfrak{Re}(s_0) = 1$, so hat $ζ$ in $s_0$ vielleicht eine Polstelle,
aber sicher keine wesentliche Singularität. Man kann also in einer Umgebung
von $s_0$ also schreiben
\[
ζ(s) = (s - s_0)^r · h(s),
\]
wobei $r ∈ $ die Null/Polstellenordnung von $ζ$ in $s_0$ ist und $h$
holomorph mit $h(s_0) \ne 0$. Dort ist dann
\[
(s - s_0) · \frac{ζ'(s)}{ζ(s)} = \frac{r · h(s) + (s - s_0) · h'(s)}{h(s)}. \qquad (\star)
\]
und wegen $\Res_{s_0}\left(\frac{ζ'}{ζ}\right) = r$ ist dann
\begin{equation}\label{eq:16-3-9-1}
\lim_{s → s_0} (s - s_0) · \frac{ζ'(s)}{ζ(s)} = r.
\end{equation}
Das kann man auch so ausdrücken: schreiben wir $F(s) = -\frac{ζ'(s)}{ζ(s)}$,
dann gilt nach \eqref{eq:16-3-9-1} die Gleichung:
\begin{equation}\label{eq:16-3-9-2}
\lim_{ε → 0} ε · F(s_0 + rε) = -r.
\end{equation}
Sei nun $s = 1 + i t$ irgendeine Zahl mit $t \ne 0$ und $μ \ge 0$ die Ordnung
von $ζ$ in $s$. Wir müssen zeigen, dass $μ = 0$ ist, denn das bedeutet, dass
$ζ$ bei $s$ nicht verschwindet. Sei $ν \ge 0$ die Ordnung von $ζ$ im Punkt $1
+ 2it$. Gleichung~\eqref{eq:16-3-9-2} liefert jetzt die Gleichungen
\begin{align*}
-1 & = \lim_{ε → 0} ε · F(1 + ε) \\
& = \lim_{ε → 0} ε · F(s + ε) \\
-ν & = \lim_{ε → 0} ε · F(1 + 2it + ε)
\end{align*}
Beachte auch, dass die Funktion $ζ$ mit komplexer Konjugation kommutiert: für
jedes $z ∈ $ ist $\overline{ζ(z)} = ζ(\overline{z})$. Damit ist dann
\begin{align*}
& = \lim_{ε → 0} ε · F(\overline{s} + ε) \\
-ν & = \lim_{ε → 0} ε · F(1 - 2it + ε).
\end{align*}
Jetzt rechne man nach
\begin{align*}
ε \sum_{r=-2}² \binom{4}{r+2} · F(1 + itr + ε) & = ε \sum_{r=-2}² \binom{4}{r+2} \sum_{n=1}^\frac{Λ(n)}{n^{1+iε+tr}} \\
&= ε \sum_{n=1}^\frac{Λ(n)}{n^{1+ε}} \sum_{r=-2}² \binom{4}{r+2} \frac{1}{n^{itr}} \\
&= ε \sum_{n=1}^\frac{Λ(n)}{n^{1+ε}} \Biggl( \underbrace{\frac{i\sqrt{t}}{n} + \frac{-i\sqrt{t}}{n}}_{} \Biggr)⁴ \ge 0.
\end{align*}
Grenzübergang $ε → 0$ liefert jetzt $-ν - 4μ + 6 - 4μ - ν \ge 0$, also
\[
8μ \le 6 - 2ν \le 6.
\]
Weil $μ \ge 0$ und ganzzahlig ist, folgt daraus $μ = 0$.
\end{proof}
\begin{konsequenz}
Für $\mathfrak{Re}(s) > 0$ liegen die Nullstellen von $ζ$ also im Streifen
\[
\{ z \mid 0 < \mathfrak{Re}(z) < 1 \}.
\]
\end{konsequenz}
\begin{rem}
Die berühmte \emph{Riemannsche Vermutung}\index{Riemannsche Vermutung}
behauptet: Ist $s_0$ mit $0 < \mathfrak{Re}(s_0) < 1$ eine Nullstelle von $ζ$,
so gilt $\mathfrak{Re}(s_0) = \frac{1}{2}$. Es ist eines der größten offenen
Probleme der Mathematik, diese Vermutung zu beweisen oder zu widerlegen.
\end{rem}
% !TEX root = Funktionentheorie

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