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Vendored
+7
@@ -141,3 +141,10 @@ Prägarbe
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Verklebeeigenschaft
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quadratintegrierbaren
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quadratintegrierbare
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Moduln
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Linearsystem
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Linearsysteme
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Garbenmorphismen
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Garbenmorphismus
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Kokern
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Garbenaxiom
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+4
@@ -75,3 +75,7 @@
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{"rule":"GERMAN_SPELLER_RULE","sentence":"^\\QEs ergibt also Sinn, zu sagen: „Die meromorphe Differenzialform \\E(?:Dummy|Ina|Jimmy-)[0-9]+\\Q hat bei \\E(?:Dummy|Ina|Jimmy-)[0-9]+\\Q eine Polstelle \\E(?:Dummy|Ina|Jimmy-)[0-9]+\\Q-ter Ordnung“.\\E$"}
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{"rule":"DOPPELTE_SATZZEICHEN","sentence":"^\\QDifferenzialformen?.\\E$"}
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{"rule":"KOMMA_ZWISCHEN_HAUPT_UND_NEBENSATZ_2","sentence":"^\\QWenn \\E(?:Dummy|Ina|Jimmy-)[0-9]+\\Q eine Stammfunktion besitzt (= wenn es eine Funktion \\E(?:Dummy|Ina|Jimmy-)[0-9]+\\Q gibt mit \\E(?:Dummy|Ina|Jimmy-)[0-9]+\\Q), dann ist \\E(?:Dummy|Ina|Jimmy-)[0-9]+\\Q.\\E$"}
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{"rule":"GERMAN_WORD_REPEAT_BEGINNING_RULE","sentence":"^\\QWenn in der Situation aus Beispiel \\E(?:Dummy|Ina|Jimmy-)[0-9]+\\Q Funktionen \\E(?:Dummy|Ina|Jimmy-)[0-9]+\\Q und \\E(?:Dummy|Ina|Jimmy-)[0-9]+\\Q gegeben sind, dann ist \\E(?:Dummy|Ina|Jimmy-)[0-9]+\\Q.\\E$"}
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{"rule":"KLEINSCHREIBUNG_KEIN_NAME","sentence":"^\\QÄhnlich wie in der Vorlesung „Lineare Algebra“ wollen wir in diesem Abschnitt Kern, Bild und Kokern für Garbenmorphismen definieren.\\E$"}
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{"rule":"DE_CASE","sentence":"^\\Q[Beweis \\E(?:Dummy|Ina|Jimmy-)[0-9]+\\Q \\E(?:Dummy|Ina|Jimmy-)[0-9]+\\Q \\E(?:Dummy|Ina|Jimmy-)[0-9]+\\Q] Wir zeigen die Kontraposition: Angenommen, \\E(?:Dummy|Ina|Jimmy-)[0-9]+\\Q wäre als Garbenmorphismus nicht injektiv.\\E$"}
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{"rule":"DE_CASE","sentence":"^\\Q[Beweis \\E(?:Dummy|Ina|Jimmy-)[0-9]+\\Q \\E(?:Dummy|Ina|Jimmy-)[0-9]+\\Q \\E(?:Dummy|Ina|Jimmy-)[0-9]+\\Q] Es sei \\E(?:Dummy|Ina|Jimmy-)[0-9]+\\Q ein injektiver Garbenmorphismus, sei \\E(?:Dummy|Ina|Jimmy-)[0-9]+\\Q und \\E(?:Dummy|Ina|Jimmy-)[0-9]+\\Q.\\E$"}
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@@ -384,7 +384,7 @@ kennen.
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\end{proof}
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Eine quantitative Version des Hauptsatzes der Algebra findet sich in
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Satz~\vref{satz:4-4-2}.
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Satz~\ref{satz:4-4-2}.
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\sideremark{Vorlesung 4}
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@@ -444,7 +444,7 @@ Topologie der Faser.
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\item Die Abbildung $f : ℂ → ℂ^*$, $z ↦ \exp(z)$ ist eine unverzweigte
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Überlagerung.
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\item Die Quotientenabbildung $π : ℂ → ℂ/Γ$ aus Beispiel~\vref{bsp:2-1-8}
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\item Die Quotientenabbildung $π : ℂ → ℂ/Γ$ aus Beispiel~\ref{bsp:2-1-8}
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(„komplexe Tori“) eine unverzweigte Überlagerung.
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\end{enumerate}
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\end{bsp}
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@@ -97,7 +97,7 @@ Anschaulich ist ein Divisor eine diskrete Menge von Punkten mit Vielfachheiten.
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Untergruppe von $\Div(X)$.
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\end{bemerkung}
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\begin{bemerkung}[Hauptdivisoren haben Grad 0]
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\begin{bemerkung}[Hauptdivisoren haben Grad 0]\label{rem:4-2-5}%
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Nicht jeder Divisor ist ein Hauptdivisor! Wenn $X$ kompakt ist, dann hat jede
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meromorphe Funktion genau so viele Nullstellen wie Polstellen, also ist für
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jeden Hauptdivisor $D$ der Grad $\deg(D) = 0$.
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@@ -340,15 +340,15 @@ Quotienten $\sI_x / \sI_x²$.
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\end{beobachtung}
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\subsubsection{Kotangentialräume und Differenzialformen im $ℂ^n$}
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\subsubsection{Kotangentialräume und Differenzialformen in $ℂ$}
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\begin{bsp}[Proberechnung: Kotangentialräume im $ℂ^n$]\label{bsp:4-3-19}%
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\begin{bsp}[Proberechnung: Kotangentialräume im $ℂ$]\label{bsp:4-3-19}%
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Es sei $X ⊂ ℂ$ offen und es sei $p ∈ X$. Die Menge der Keime von holomorphen
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Funktionen ist dann
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\begin{align*}
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||||
𝒪_{X,p} &= \left\{ \text{Potenzreihen $\sum_{i=0}^{∞} a_i (z-p)ⁱ$ mit positivem Konvergenzradius} \right\} \\
|
||||
m_p &= \left\{ \text{Potenzreihen $\sum_{i=1}^{∞} a_i (z-p)ⁱ$ mit positivem Konvergenzradius} \right\} \\
|
||||
m²_p &= \left\{ \text{Potenzreihen $\sum_{i=2}^{∞} a_i (z-p)ⁱ$ mit positivem Konvergenzradius} \right\}.
|
||||
𝒪_{X,p} &= \left\{ \text{Potenzreihen $\sum_{i=0}^∞ a_i (z-p)ⁱ$ mit positivem Konvergenzradius} \right\} \\
|
||||
m_p &= \left\{ \text{Potenzreihen $\sum_{i=1}^∞ a_i (z-p)ⁱ$ mit positivem Konvergenzradius} \right\} \\
|
||||
m²_p &= \left\{ \text{Potenzreihen $\sum_{i=2}^∞ a_i (z-p)ⁱ$ mit positivem Konvergenzradius} \right\}.
|
||||
\end{align*}
|
||||
Der komplexe Kotangentialraum $m_p / m²_p$ ist dann ein eindimensionaler
|
||||
Vektorraum, erzeugt von der Restklasse der Funktion $z - p$. Allgemeiner:
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||||
@@ -357,7 +357,7 @@ Quotienten $\sI_x / \sI_x²$.
|
||||
m²_p$.
|
||||
\end{bsp}
|
||||
|
||||
\begin{bsp}[Proberechnung: Differenzialformen $ℂ^n$]\label{bsp:4-3-20}%
|
||||
\begin{bsp}[Proberechnung: Differenzialformen in $ℂ$]\label{bsp:4-3-20}%
|
||||
In der Situation aus Beispiel~\ref{bsp:4-3-19} sei $f ∈ 𝒪_X(U)$ irgendeine
|
||||
holomorphe Funktion. Dann ist
|
||||
\[
|
||||
@@ -366,7 +366,7 @@ Quotienten $\sI_x / \sI_x²$.
|
||||
Also gilt die Gleichheit von Differenzialformen $df = f' · dz$.
|
||||
\end{bsp}
|
||||
|
||||
\begin{bsp}[Proberechnung: Differenzialformen $ℂ^n$]
|
||||
\begin{bsp}[Proberechnung: Differenzialformen in $ℂ$]
|
||||
In der Situation aus Beispiel~\ref{bsp:4-3-20} sei eine weitere Funktion $g ∈
|
||||
𝒪_X(U)$ gegeben mit $g'(p) ≠ 0$ für alle $p ∈ U$, dann gilt $dg = g'·dz$,
|
||||
also
|
||||
@@ -531,9 +531,9 @@ Quotienten $\sI_x / \sI_x²$.
|
||||
\[
|
||||
ω_1(p) = α(p) · ω_2(p)
|
||||
\]
|
||||
gilt. Ich behaupte: $α$ ist meromorph eine meromorphe Funktion auf $X$. Dazu
|
||||
betrachte ich einen Atlas $(\varphi_i : U_i → V_i)_{i ∈ I}$ und schreibe die
|
||||
durch $ω_1$ und $ω_2$ auf $V_i$ induzierten Differenzialformen aus
|
||||
gilt. Ich behaupte: $α$ ist eine meromorphe Funktion auf $X$. Dazu betrachte
|
||||
ich einen Atlas $(\varphi_i : U_i → V_i)_{i ∈ I}$ und schreibe die durch $ω_1$
|
||||
und $ω_2$ auf $V_i$ induzierten Differenzialformen aus
|
||||
\[
|
||||
f_{i,1}·dz
|
||||
\quad\text{und}\quad
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@@ -671,7 +671,7 @@ Integrale über Wege auf $ℂ$ auf Integrale über Wege auf Riemannschen Fläche
|
||||
übertragen.
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||||
\begin{fakt}[Wegintegrale]
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||||
In der Situation von Konstruktion~\ref{kons:4-5-3} gilt folgendes.
|
||||
In der Situation von Konstruktion~\ref{kons:4-5-3} gilt Folgendes.
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||||
\begin{enumerate}
|
||||
\item Der Wert des Integrals hängt nur von $ω$ und der Homotopieklasse des
|
||||
Weges ab.
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||||
@@ -32,7 +32,7 @@ eine Abelsche Gruppe zu („auf $U$ differenzierbare/holomorphe/meromorphe
|
||||
Funktionen“). Wenn $V ⊆ U$ eine offene Teilmenge ist, dann kann ich Elemente
|
||||
der Gruppe auf $V$ einschränken.
|
||||
|
||||
\begin{definition}[Prägarbe]\label{def:5-1-1}%
|
||||
\begin{defn}[Prägarbe]\label{def:5-1-1}%
|
||||
Sei $(X, τ)$ ein topologischer Raum. Eine \emph{Prägarbe}\index{Prägarbe} $ℱ$
|
||||
von abelschen Gruppen ist eine Abbildung
|
||||
\[
|
||||
@@ -49,10 +49,10 @@ der Gruppe auf $V$ einschränken.
|
||||
\item Für jede Kette $W ⊆ V ⊆ U$ von offenen Mengen gilt $ρ_{U,W} = ρ_{V,W}
|
||||
◦ ρ_{U,V}$.
|
||||
\end{itemize}
|
||||
\end{definition}
|
||||
\end{defn}
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|
||||
\begin{notation}[Prägarben]
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||||
In der Situation von Definition~\ref{def:5-1-1} sei $U ⊆ X$ offen. Elemente
|
||||
In der Situation von Definition~\ref{def:5-1-1} sei $U ⊆ X$ offen. Elemente
|
||||
von $ℱ(U)$ werden oft als \emph{Schnitte der Prägarbe $ℱ$ über der Menge
|
||||
$U$}\index{Schnitte!in Prägarben} bezeichnet. Die Abbildungen $ρ_{U,V}$
|
||||
heißen \emph{Einschränkungsabbildungen}\index{Einschränkungsabbildung}.
|
||||
@@ -61,7 +61,7 @@ der Gruppe auf $V$ einschränken.
|
||||
Jede $𝒞^∞$-Funktion ist differenzierbar und jede holomorphe Funktion ist
|
||||
$𝒞^∞$. Der formal richtige Begriff ist der „Morphismus von Prägarben“.
|
||||
|
||||
\begin{definition}[Morphismus von Prägarben]
|
||||
\begin{defn}[Morphismus von Prägarben]
|
||||
Sei $(X,τ)$ ein topologischer Raum und $ℱ$, $𝒢$ seien Prägarben. Ein
|
||||
\emph{Morphismus}\index{Morphismus!Prägarben} $α : ℱ → 𝒢$ von Prägarben ist
|
||||
für jedes $U ∈ τ$ eine Abbildung
|
||||
@@ -75,7 +75,7 @@ $𝒞^∞$. Der formal richtige Begriff ist der „Morphismus von Prägarben“
|
||||
ℱ(V) \ar[r, "α(V)"'] & 𝒢(V)
|
||||
\end{tikzcd}
|
||||
\]
|
||||
\end{definition}
|
||||
\end{defn}
|
||||
|
||||
|
||||
\section{Garben}
|
||||
@@ -87,7 +87,7 @@ $U_1$, $U_2$ und $𝒞^∞$-Funktionen $f_1$ auf $U_1$ und $f_2$ auf $U_2$, soda
|
||||
$f_1|_{U_1 ∩ U_2} = f_2|_{U_1 ∩ U_2}$, dann verkleben die Funktionen zu einer
|
||||
$𝒞^∞$-Funktion $f$ auf $U_1 ∪ U_2$.
|
||||
|
||||
\begin{definition}[Garbe]
|
||||
\begin{defn}[Garbe]
|
||||
Es sei $ℱ$ eine Prägarbe auf einem topologischen Raum $X$. Nenne $ℱ$ eine
|
||||
\emph{Garbe}\index{Garbe}, wenn für alle offenen Mengen $U$ und alle
|
||||
Überdeckungen $X = \bigcup_i U_i$ Folgendes gilt.
|
||||
@@ -103,7 +103,7 @@ $𝒞^∞$-Funktion $f$ auf $U_1 ∪ U_2$.
|
||||
gilt, dann gibt es ein $s ∈ ℱ(U)$, sodass für jeden Index $i$ die
|
||||
Gleichheit $s|_{U_i} = s_i$ gilt.
|
||||
\end{enumerate}
|
||||
\end{definition}
|
||||
\end{defn}
|
||||
|
||||
\begin{bemerkung}[Verklebeeigenschaft]
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||||
Man nennt \ref{il:5-2-1-2} die
|
||||
@@ -125,7 +125,7 @@ $𝒞^∞$-Funktion $f$ auf $U_1 ∪ U_2$.
|
||||
Wir haben in den Definitionen~\ref{def:4-3-1} und \ref{def:4-3-10} Keime von
|
||||
Funktionen betrachtet. Das geht mit Garben ganz genau so.
|
||||
|
||||
\begin{definition}[Halm]
|
||||
\begin{defn}[Halm]
|
||||
Sei $ℱ$ eine Garbe auf $X$ und $p$ ein Punkt. Nenne zwei Schnitte, die in der
|
||||
Nähe von $p$ definiert sind, \emph{äquivalent}, wenn sie auf einer Umgebung
|
||||
übereinstimmen:
|
||||
@@ -137,7 +137,7 @@ Funktionen betrachtet. Das geht mit Garben ganz genau so.
|
||||
\]
|
||||
Äquivalenzklassen heißen \emph{Keime}\index{Keim!einer Garbe}, die Menge der
|
||||
Äquivalenzklassen heißt \emph{Halm}\index{Halm}.
|
||||
\end{definition}
|
||||
\end{defn}
|
||||
|
||||
\begin{beobachtung}
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||||
Es sei $ℱ$ eine Garbe, sodass alle Halme gleich $0$ sind. Dann ist $ℱ$ die
|
||||
@@ -146,4 +146,260 @@ Funktionen betrachtet. Das geht mit Garben ganz genau so.
|
||||
0$, also $ℱ(U) = 0$.
|
||||
\end{beobachtung}
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||||
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\sideremark{Vorlesung 7}
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Gegeben eine Riemannsche Fläche $X$, dann ist die wichtigste Garbe $𝒪_X$, die
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||||
Garbe der holomorphen Funktionen. Die meisten anderen Garben, die uns noch so
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interessieren, haben eine interessante Eigenschaft: Man kann die Schnitte mit
|
||||
Funktionen multiplizieren.
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\begin{defn}[$𝒪_X$-Modulgarbe]
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||||
Es sei $X$ eine Riemannsche Fläche. Eine
|
||||
\emph{$𝒪_X$-Modulgarbe}\index{Modulgarbe} ist eine Garbe $ℱ$ und für jedes $U
|
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∈ τ$ eine Modulverknüpfung
|
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\[
|
||||
𝒪_X(U) ⨯ ℱ(U) \longrightarrow ℱ(U),
|
||||
\]
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||||
die mit Einschränkung verträglich ist.
|
||||
\end{defn}
|
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\begin{bsp}[$𝒪_X$-Modulgarbe]
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||||
Beispiele für Modulgarben auf einer Riemannschen Fläche $X$ sind die Garben
|
||||
$ℳ_X$ der meromorphen Funktionen und $Ω_X¹$, die Garbe der holomorphen
|
||||
Differenzialformen.
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||||
\end{bsp}
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||||
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||||
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||||
\section{Modulgarben und Linearsysteme zu Divisoren}
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||||
\begin{bsp}[$𝒪_X$-Modulgarbe zu Divisoren]\label{bsp:5-2-8}%
|
||||
Es sei $X$ eine Riemannsche Fläche und $D ∈ \Div(X)$ ein Divisor. Dann
|
||||
definiere eine Garbe $𝒪_X(D)$ wie folgt: Für jede offene Menge $U$ ist
|
||||
\[
|
||||
𝒪_X(D)(U) = \{ f ∈ ℳ_X(U) \::\: \ddiv(f) ≥ -D|_U\}.
|
||||
\]
|
||||
Das bedeutet Folgendes.
|
||||
\begin{itemize}
|
||||
\item Wenn ein Punkt $p$ mit positive Vielfachheit $n$ auftaucht, dann heißt
|
||||
das, dass $f$ bei $p$ eine Polstelle von Ordnung höchstens $n$ haben darf.
|
||||
|
||||
\item Wenn ein Punkt $p$ mit negativer Vielfachheit $-n$ auftaucht, dann
|
||||
heißt das, dass $f$ bei $p$ eine Nullstelle von Ordnung mindestens $n$ haben
|
||||
muss.
|
||||
\end{itemize}
|
||||
\end{bsp}
|
||||
|
||||
\begin{beobachtung}[Modulstruktur]
|
||||
Wenn in der Situation aus Beispiel~\ref{bsp:5-2-8} Funktionen $f ∈ 𝒪_X(D)(U)$
|
||||
und $g ∈ 𝒪_X(U)$ gegeben sind, dann ist $g·f ∈ 𝒪_X(D)(U)$. Also ist
|
||||
$𝒪_X(D)(U) ⊂ ℳ_X(U)$ ein $𝒪_X(U)$-Untermodul.
|
||||
\end{beobachtung}
|
||||
|
||||
\begin{beobachtung}[Lokal freie Garben]\label{beob:5-2-9}%
|
||||
Sei $p ∈ X$ ein Punkt. Dann wähle eine Kartenumgebung
|
||||
\[
|
||||
\varphi : U → V
|
||||
\]
|
||||
und einen Punkt $p ∈ U$ so, dass $D|_U = n · p$ ist\footnote{Der Wert $n = 0$
|
||||
ist erlaubt!}. Dann liegt die Funktion
|
||||
\[
|
||||
(z - \varphi(p))^{-n} ◦ \varphi : U → \mathbb C
|
||||
\]
|
||||
in $𝒪_X(D)(U)$ und ist sogar eine Basis von $𝒪_X(D)(U)$ als $𝒪_X(U)$-Modul.
|
||||
Man sagt: $𝒪_X(D)$ ist eine \emph{lokal freie}
|
||||
$𝒪_X$-Modulgarbe\index{Modulgarbe!lokal frei} vom Rang $1$. Alternativ sagt
|
||||
man: $𝒪_X(D)$ ist eine \emph{invertierbare}\index{Modulgarbe!invertierbar}
|
||||
$𝒪_X$-Modulgarbe.
|
||||
\end{beobachtung}
|
||||
|
||||
\begin{bemerkung}[Achtung! Mißverständnis!]
|
||||
Die Menge $U$ aus Beobachtung~\ref{beob:5-2-9} war sehr speziell gewählt.
|
||||
Beobachtung~\ref{beob:5-2-9} bedeutet \emph{nicht}, dass für jede offene Menge
|
||||
$U$ der Modul $𝒪_X(D)(U)$ eine einelementige Basis besitzt. Als
|
||||
Gegenbeispiel betrachte $X = ℙ¹$ und $D = -1 · ∞ ∈ \Div(ℙ¹)$. Dann ist
|
||||
$𝒪_X(D)(ℙ¹) = 0$, denn Funktionen in $𝒪_X(D)(ℙ¹)$ dürfen keine Polstellen
|
||||
haben (und sind daher holomorph, also konstant), müssen aber eine Nullstelle
|
||||
haben.
|
||||
\end{bemerkung}
|
||||
|
||||
\begin{beobachtung}[Lineare Äquivalenz von Divisoren und Isomorphie von Modulgarben, I]
|
||||
Es sei $X$ eine Riemannsche Fläche, es sei $D ∈ \Div(X)$ ein Divisor und $U ⊆
|
||||
X$ offen. Weiter sei $f ∈ ℳ_X(U)$ und $g ∈ 𝒪_X(D)(U)$. Dann ist $f·g ∈
|
||||
𝒪_X(D + \ddiv(f))(U)$. Man rechnet sogar nach: Multiplikation mit $f$
|
||||
liefert einen Isomorphismus von $𝒪_X(U)$-Moduln
|
||||
\[
|
||||
𝒪_X(D)(U) → 𝒪_X(D + \ddiv(f))(U).
|
||||
\]
|
||||
Wir merken uns: Wenn zwei Divisoren $D_1$ und $D_2$ linear äquivalent sind,
|
||||
dann sind die $𝒪_X$-Modulgarben $𝒪_X(D_1)$ und $𝒪_X(D_2)$ isomorph.
|
||||
\end{beobachtung}
|
||||
|
||||
\begin{hsg}[Lineare Äquivalenz von Divisoren und Isomorphie von Modulgarben, I]
|
||||
Es sei $X$ eine Riemannsche Fläche, und es seien $D_1$, $D_2 ∈ \Div(X)$ zwei
|
||||
Divisoren. Wenn die $𝒪_X$-Modulgarben $𝒪_X(D_1)$ und $𝒪_X(D_2)$ isomorph,
|
||||
dann sind die Divisoren $D_1$ und $D_2$ linear äquivalent.
|
||||
|
||||
Betrachten Sie erst einmal den Fall, dass $D_1 ≥ 0$ ist. Benötigen Sie zum
|
||||
Beweis der linearen Äquivalenz eine meromorphe Funktion? Betrachten Sie eine
|
||||
Isomorphie $\varphi : 𝒪_X(D_1) → 𝒪_X(D_2)$. Beobachten Sie, dass $1 ∈
|
||||
𝒪_X(D_1)(X)$ ist und nehmen Sie $\varphi(1)$.
|
||||
\end{hsg}
|
||||
|
||||
\begin{bemerkung}[Grundlegendes Ziel für den Rest der Vorlesung]
|
||||
Ich hatte schon erwähnt, wie wichtig der Körper $ℳ_X(X)$ ist, wenn wir die
|
||||
Riemannsche Fläche $X$ verstehen wollen. Wir versuchen den Körper $ℳ_X(X)$ zu
|
||||
verstehen, indem wir erst einmal Divisoren $D$ betrachten und die komplexen
|
||||
Unterräume
|
||||
\[
|
||||
L(D) := 𝒪_X(D)(X) ⊂ ℳ(X)
|
||||
\]
|
||||
verstehen ---auf diese Weise teilen wir uns den Körper $ℳ_X(X)$ in
|
||||
endlich-dimensionale Vektorräume auf. Nenne $L(D)$ das
|
||||
\emph{Linearsystem}\index{Linearsystem} von $D$. Die Dimension wird mit
|
||||
\[
|
||||
l(D) := \dim_{ℂ} L(D)
|
||||
\]
|
||||
notiert.
|
||||
\end{bemerkung}
|
||||
|
||||
\begin{bsp}[Erste Linearsysteme]
|
||||
Ist $X$ eine zusammenhängende und kompakte Riemannsche Fläche, dann ist
|
||||
$l(0)=1$, denn
|
||||
\[
|
||||
L(0)=𝒪_X(0)(X)=\{\text{holomorphe Funktionen auf }X\}=\text{konstant}.
|
||||
\]
|
||||
Wenn $D$ ein Divisor ist mit $\deg D < 0$, dann ist $l(D)=0$. Wenn nämlich $f
|
||||
∈ L(D)$ eine nicht-triviale meromorphe Funktion wäre, dann wäre $\ddiv(f) ≥
|
||||
-D$, also $\ddiv(f) \le D$, und damit
|
||||
\[
|
||||
\deg \ddiv(f) \le \deg D < 0,
|
||||
\]
|
||||
Widerspruch, denn wir haben in Bemerkung~\ref{rem:4-2-5} gesehen, dass $\deg
|
||||
\operatorname{div}(f)=0$ ist.
|
||||
\end{bsp}
|
||||
|
||||
|
||||
\section{Garbenmorphismen}
|
||||
|
||||
In einem großen der Teil der Vorlesung „Riemannsche Flächen“ geht es um die
|
||||
Räume $L(D)$. Wir studieren diese Räume, indem wir die Garbe $𝒪_X(D)$ mit
|
||||
anderen Garben vergleichen. Genauer: Wenn es einen Morphismus
|
||||
\[
|
||||
ℱ → 𝒪_X(D)
|
||||
\]
|
||||
von Garben gibt, dann gibt es einen zugehörigen Morphismus
|
||||
\[
|
||||
ℱ(X) → L(D)
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von abelschen Gruppen, die oft auch Vektorräume sind. Ähnlich wie in der
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Vorlesung „Lineare Algebra“ wollen wir in diesem Abschnitt Kern, Bild und Kokern
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für Garbenmorphismen definieren.
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\begin{bemerkung}[Vorbemerkung]
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Wenn $α : ℱ → 𝒢$ ein Garbenmorphismus ist und $p ∈ X$ ein Punkt, dann
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induziert $α$ einen Morphismus zwischen den Halmen
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\[
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α_p : ℱ_p → 𝒢_p.
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\]
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\end{bemerkung}
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\begin{defn}[Injektivität und Surjektivität von Garbenmorphismen]
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Es sei $X$ ein topologischer Raum und $α : ℱ → 𝒢$ ein Morphismus von Garben.
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Nenne $α$
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injektiv/surjektiv\index{injektiv!Garbenmorphismus}\index{surjektiv!Garbenmorphismus},
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wenn für alle $p ∈ X$ gilt:
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\[
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α_p : ℱ_p → 𝒢_p
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\]
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ist injektiv/surjektiv.
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\end{defn}
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Es ist vielleicht nicht ganz offensichtlich, was die Worte „injektiv“ und
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„surjektiv“ in diesem Kontext bedeuten. Um das zu erklären, sind die Begriffe
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„Kern“ und „Bildgarbe“ nützlich.
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\begin{defn}[Kern und Bild]\label{def:5-4-3}%
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Es sei $X$ ein topologischer Raum und $α : ℱ → 𝒢$ ein Morphismus von Garben.
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Wir definieren \emph{Kern}\index{Kern!Garbenmorphismus} und
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\emph{Bildgarbe}\index{Bildgarbe} durch
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\begin{align*}
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\ker(α)(U) & := \{\, σ ∈ ℱ(U) \::\: \forall\, p ∈ U : σ_p ∈ \ker(α_p) \,\}, \\
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\img(α)(U) & := \{\, σ ∈ 𝒢(U) \::\: \forall\, p ∈ U : σ_p ∈ \operatorname{im}(α_p) \,\}.
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\end{align*}
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\end{defn}
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\begin{hsg}
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Man rechne nach, dass $\ker(α)$ und $\img(α)$ aus Definition~\ref{def:5-4-3}
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tatsächlich Garben sind.
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\end{hsg}
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Der Begriff „injektiv“ ist relativ leicht zu verstehen.
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\begin{lemma}[Injektiver Garbenmorphismus]
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Es sei $X$ ein topologischer Raum und $α : ℱ → 𝒢$ ein Morphismus von Garben.
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Dann sind die folgenden Aussagen äquivalent.
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\begin{enumerate}
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\item\label{il:5-4-5-1} Der Garbenmorphismus $α$ ist injektiv.
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\item\label{il:5-4-5-2} Für jede offene Menge $U$ ist $α(U)$ injektiv als
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Morphismus von Abelschen Gruppen.
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\end{enumerate}
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\end{lemma}
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\begin{proof}
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Vorüberlegung: Wenn $σ ∈ ℱ(U)$ ein Schnitt ist, sodass für alle Punkte $p ∈ U$
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gilt, dass $σ_p ∈ ℱ_p$ gleich null ist, dann folgt aus dem Garbenaxiom, dass
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$σ$ gleich null ist. Wenn $ℋ$ eine Garbe ist, sodass für alle $p ∈ X$ gilt
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$ℋ_p =0$, dann ist $ℋ = 0$.
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\begin{description}
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\item[Beweis \ref{il:5-4-5-1} $⇒$ \ref{il:5-4-5-2}] Es sei $α$ ein
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injektiver Garbenmorphismus, sei $U ∈ τ$ und $σ ∈ \ker(α(U))$. Dann gilt
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für alle $p ∈ U$:
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\[
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σ_p ∈ \ker(α_p) = 0.
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\]
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Also ist nach der Vorüberlegung bereits $σ = 0$.
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\item[Beweis \ref{il:5-4-5-2} $⇒$ \ref{il:5-4-5-1}] Wir zeigen die
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Kontraposition: Angenommen, $α$ wäre als Garbenmorphismus \emph{nicht}
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injektiv. Das bedeutet: Es gibt einen Punkt $p ∈ X$, sodass $\ker(α_p) \ne
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0$ ist. Also existiert eine offene Menge $U = U(p)$ und ein Schnitt $σ ∈
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ℱ(U)$, sodass
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\[
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σ_p \ne 0 \text{ in } ℱ_p
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\quad\text{und}\quad
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α_p(σ_p) = (α(U)(σ))_p = 0 \text{ in } 𝒢_p.
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\]
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Nach Verkleinern von $U$ können wir ohne Beschränkung der Allgemeinheit
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annehmen, dass $σ \ne 0$ aber $α(U)(σ)=0$ ist. Dann ist $σ$ aber ein
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nicht-trivialer Schnitt in $\ker(α)$.
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\end{description}
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\end{proof}
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\begin{bemerkung}[Achtung! Mißverständnis!]
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Es sei $X$ ein topologischer Raum und $α : ℱ → 𝒢$ ein Morphismus von Garben.
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Dann sind die folgenden Aussagen im Allgemeinen \emph{überhaupt nicht}
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äquivalent.
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\begin{enumerate}
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\item\label{il:5-4-6-1} Der Garbenmorphismus $α$ ist surjektiv.
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\item\label{il:5-4-6-2} Für jede offene Menge $U$ ist $α(U)$ surjektiv als
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Morphismus von Abelschen Gruppen.
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\end{enumerate}
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Für ein einfaches Beispiel sei $X = ℂ^*$. Dann ist
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\[
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\exp : 𝒪_X → 𝒪_X^*
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\]
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ein Morphismus von Garben, gegeben durch
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\[
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𝒪_X(U) → 𝒪_X^*(U), \qquad f ↦ \exp ◦ f.
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\]
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Dieser Garbenmorphismus ist surjektiv, denn lokal hat jede Funktion aus
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$𝒪_X^*$ einen Logarithmus. Die Abbildung
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\[
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𝒪_X(X) → 𝒪_X^*(X), \qquad f ↦ \exp ◦ f
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\]
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ist aber überhaupt nicht surjektiv, denn die Funktion $\Id ∈ 𝒪_X^*(X)$ hat
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keinen Logarithmus!
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\end{bemerkung}
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% !TEX root = RiemannscheFlaechen
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+1
-3
@@ -10,8 +10,6 @@
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\usepackage[T1]{fontenc}
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\usepackage{newunicodechar}
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\usepackage{mathtools}
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\usepackage{varioref}
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\usepackage[arrow,curve,matrix]{xy}
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% Graphics Packages
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\usepackage{colortbl}
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@@ -273,7 +271,7 @@
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\newcommand{\cC}{\mathcal C}
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\newcommand{\cD}{\mathcal D}
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\newcommand{\cE}{\mathcal E}
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\newcommand{\cM}{\mathcal M}
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\newcommand{\cM}{\sM}
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\newcommand{\cN}{\mathcal N}
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\newcommand{\cV}{\mathcal V}
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