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AlgebraZahlentheorie/16.tex
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\chapter{Der Hauptsatz der Galoistheorie}
\label{chap:16}
Erinnern Sie sich daran, wie wir gezeigt haben, dass gewisse
Konstruktionsaufgaben unlösbar sind? Wir haben dazu Ketten $K ⊂ L ⊂ M$ von
Körpern betrachtet und beobachtet, dass $[L:K]$ ein Teiler von $[M:K]$ ist. Das
zentrale Argument in den Nichtkonstruierbarkeitsbeweisen war dann, dass die
relevanten Körpererweiterungen für Konstruktionsprobleme stets Grad $2^n$ über
$ℚ$ haben, und dass konstruierbare Punkte Unterkörper liefern, deren Grad dann
wohl ebenfalls eine Zweierpotenz sein muss.
Ich habe in diesem Skript immer wieder geschrieben, dass für schwierigere
Nichtkonstruierbarkeitsbeweise eine einfache Betrachtung von Erweiterungsgraden
nicht reicht, und dass wir Symmetrien betrachten müssen. Inzwischen ist klar,
dass ich mit „Symmetrie“ die Galoisgruppe meine. Jetzt ist es an der Zeit zu
sagen, wie Symmetrien genutzt werden können, um Ketten von Körpererweiterungen
zu untersuchen. Am Ende werden wir sehen, dass die relevanten
Körpererweiterungen für Konstruktionsprobleme nicht nur Grad $2^n$ über $ℚ$
haben, sondern auch eine recht spezielle Galoisgruppe besitzen. Die
Unterkörper, die von konstruierbaren Punkten kommen, müssen dann ebenfalls recht
speziell sein.
\begin{bemerkung}
Der Hauptsatz der Galoistheorie wird „Hauptsatz der Galoistheorie“ genannt,
weil er in der Theorie der Galoiserweiterungen eine zentrale Rolle einnimmt.
Es ist vielleicht eine gute Idee, diesen Satz ernst zu nehmen.
\end{bemerkung}
Sie finden auch im Skript \leanlink{galois} ein wenig Material zum Thema.
\section{Fixkörper}
Bevor wir den Hauptsatz der Galoistheorie auch nur hinschreiben, möchte ich noch
ein besonders schönes Beispiel für Galoiserweiterungen diskutieren: die
Fixkörper einer Menge von Körperautomorphismen. Der Beweis des folgenden Satzes
ist eine Hausaufgabe.
\begin{satzdef}[Invariante Elemente, Fixkörper, \mathlib{FieldTheory/Fixed.html\#FixedPoints.subfield}]\label{DefSatz_Fixkoerper}
Sei $L$ ein Körper und $G$ eine Menge von Automorphismen $L → L$. Dann ist
die Menge
\begin{equation*}
\Fix G = \{a ∈ L \::\: σ(a) = a\ \forall\ σ∈ G\}
\end{equation*}
ein Unterkörper von $L$, genannt \emph{Fixkörper} von $G$\index{Fixkörper|textbf}\index{*Fix@$\Fix G$ (Fixkörper)|textbf}.
Die Elemente von $\Fix G$ heißen \emph{$G$-invariante
Elemente}\index{invariante Körperelemente|see{Fixkörper}} von $L$. \qed
\end{satzdef}
Der folgende Satz von Emil
Artin\footnote{\href{https://de.wikipedia.org/wiki/Emil_Artin}{Emil Artin} (*
3.~März 1898 in Wien; † 20.~Dezember 1962 in Hamburg) war ein österreichischer
Mathematiker und einer der führenden Algebraiker des
20.~Jahrhunderts.}\footnote{Emil Artin $\not =$ Michael Artin} sagt, dass
Fixkörper stets Beispiele für Galoiserweiterungen liefern.
\begin{satz}[Satz von Emil Artin, \mathlib{FieldTheory/Fixed.html\#FixedPoints.finrank_eq_card}]\label{Theorem_von_E_Artin}\index{Artin, Satz von|textbf}
Es sei $G$ eine endliche Untergruppe der Automorphismengruppe eines Körpers
$L$ und es sei $K := \Fix G $ der zugehörige Fixkörper. Dann ist $L/K$ eine
Galoiserweiterung mit Galoisgruppe $\Gal(L/K) = G$. Insbesondere ist
$[L:K] =|G|$.
\end{satz}
Der Beweis des Satzes von Emil Artin ist nicht trivial. Wir geben einen Beweis
im Abschnitt~\vref{ssec:16-3}, müssen als Vorbereitung aber zuerst die lineare
Unabhängigkeit von Charakteren beweisen. Wahrscheinlich muss ich auch noch
erklären, was ein „Charakter“ eigentlich ist.
\subsection{Die lineare Unabhängigkeit von Charakteren}
Um eine gegebene Gruppe $H$ zu verstehen, kann man untersuchen, welche
Gruppenmorphismen der Form $H → L^*$ es gibt, wobei $L^*$ die multiplikative
Gruppe eines Körpers $L$ sein soll. Leute, die viel mit Gruppen arbeiten,
meinen, dass solche Abbildungen die Gruppe charakterisieren. Ich finde diese
Wortwahl nicht sehr überzeugend, aber mich fragt ja keiner.
\begin{defn}[Charakter einer Gruppe]
Es sei $H$ eine Gruppe, es sei $L$ ein Körper und $L^*$ sei die Gruppe der
Einheiten aus $L$. Ein \emph{Charakter von $H$ in $L$}\index{Charakter|textbf} ist ein Gruppenmorphismus $σ : H → L^*$.
\end{defn}
\begin{bemerkung}\label{bem:16-1-4}%
Wenn $K$ ein Körper ist, und $σ : K → L$ ein nicht-trivialer Ringmorphismus,
dann induziert $σ$ auch einen Gruppenmorphismus
\begin{equation*}
σ^* : K^* → L^*.
\end{equation*}
Wir können (und werden!) insbesondere jeden Automorphismus $σ : L → L$ als
linearen Charakter $L^* → L^*$ auffassen.
\end{bemerkung}
\begin{satz}[Lineare Unabhängigkeit von Charakteren, \mathlib{LinearAlgebra/LinearIndependent/Basic.html\#linearIndependent_monoidHom}]\label{Satz_lineare_Unabhaengigkeit_von_Charakteren}\index{lineare Unabhängigkeit von Charakteren|textbf}
Es sei $H$ eine Gruppe und $L$ sei ein Körper. Weiter seien $σ_1, …, σ_n$
paarweise verschiedene Charaktere von $H$ in $L$. Zusätzlich seien
Elemente $a_1, …, a_n ∈ L$ gegeben, sodass die Linearkombination
\begin{equation*}
ψ : H → L, \quad h ↦ \sum a_i·σ_i(h)
\end{equation*}
die Nullabbildung ist. Dann ist $a_1= ⋯ = a_n=0$.
\end{satz}
\begin{proof}[Beweis, \video{17-2}]
Wir führen eine Induktion nach der Anzahl $n$ der Charaktere.
\schritt{Induktionsstart, $n = 1$.} Die Werte $σ_1(y)$ liegen in $L^*$, sind
also nie Null. Aus $a_1·σ_1(y) = 0$ folgt deshalb sofort $a_1 = 0$.
\schritt{Induktionsschritt.} Es seien $σ_1, …, σ_n$ und $a_1, …, a_n ∈ L$ wie
im Satz gegeben, und die Behauptung sei für kleinere Mengen von Charakteren
schon bewiesen. Wir haben die Gleichung
\begin{equation}\label{eq:char1}
\sum_{i=1}^{n} a_i·σ_i(y) = 0 \quad\text{für alle } y ∈ H.
\end{equation}
Weil $σ_1 ≠ σ_n$ ist, existiert ein $z ∈ H$ mit $σ_1(z) ≠ σ_n(z)$. Wir
erhalten zwei neue Gleichungen: Multiplikation von \eqref{eq:char1} mit
$σ_n(z)$ liefert
\begin{equation}\label{eq:char2}
\sum_{i=1}^{n} a_i·σ_n(z)·σ_i(y) = 0 \quad\text{für alle } y ∈ H,
\end{equation}
und Anwendung von \eqref{eq:char1} auf die Elemente $z·y$ liefert
\begin{equation}\label{eq:char3}
\sum_{i=1}^{n} a_i·σ_i(z)·σ_i(y)
= \sum_{i=1}^{n} a_i·σ_i(z·y) = 0 \quad\text{für alle } y ∈ H.
\end{equation}
Die Differenz von \eqref{eq:char2} und \eqref{eq:char3} ist
\begin{equation*}
\sum_{i=1}^{n-1} a_i·\bigl(σ_n(z) - σ_i(z)\bigr)·σ_i(y) = 0
\quad\text{für alle } y ∈ H;
\end{equation*}
beachte dabei, dass der Summand für $i = n$ wegfällt. Das ist eine
verschwindende Linearkombination der $n-1$ paarweise verschiedenen Charaktere
$σ_1, …, σ_{n-1}$. Nach Induktionsannahme verschwinden alle Koeffizienten,
insbesondere ist
\begin{equation*}
a_1·\bigl(σ_n(z) - σ_1(z)\bigr) = 0.
\end{equation*}
Nach Wahl von $z$ ist $σ_n(z) ≠ σ_1(z)$, also ist $a_1 = 0$. Damit wird
\eqref{eq:char1} zu einer verschwindenden Linearkombination der $n-1$
Charaktere $σ_2, …, σ_n$; eine weitere Anwendung der Induktionsannahme zeigt
$a_2 = ⋯ = a_n = 0$.
\end{proof}
\subsection{Beweis des Satzes von Emil Artin}
\label{ssec:16-3}\index{Artin, Satz von}
\begin{proof}[Beweis des Satzes von Artin, Satz~\ref{Theorem_von_E_Artin}, \video{17-3}]
Schreibe
\[
G = \{σ_1, …, σ_n\} ⊂ \Aut(L)
\quad\text{und}\quad
K = \Fix G.
\]
Jedes Element von $G$ lässt den Fixkörper $K$ punktweise fest, ist also ein
$K$-Automorphismus von $L$. Das zeigt $G ⊆ \Gal(L/K)$, und mit
Beobachtung~\vref{beob:gg} folgt
\begin{equation*}
n = |G| \:≤\: |\Gal(L/K)| \:≤\: [L:K].
\end{equation*}
Wenn wir umgekehrt $[L:K] ≤ n$ zeigen können, dann gilt in dieser Kette
überall Gleichheit: Es ist dann $|\Gal(L/K)| = [L:K]$, die Erweiterung $L/K$
ist nach \vref{DefSatz_aequivalent_endliche_Koerpererweiterung_3} Galoisch,
und die Untergruppe $G ⊆ \Gal(L/K)$ stimmt aus Anzahlgründen mit der ganzen
Galoisgruppe überein. Es bleibt also zu zeigen, dass $\dim_K L ≤ n$ ist.
\schritt{Schritt 1: Die Spurabbildung.} Betrachte die Abbildung
\begin{equation*}
S : L → L, \quad a ↦ \sum_{i=1}^{n} σ_i(a).
\end{equation*}
Der Witz ist: Für jedes $a ∈ L$ und jedes $σ_j ∈ G$ gilt
\begin{equation*}
σ_j\bigl(S(a)\bigr)
= \sum_{i=1}^{n} (σ_j◦σ_i)(a)
= \sum_{i=1}^{n} σ_i(a) = S(a),
\end{equation*}
denn die Verknüpfung mit $σ_j$ permutiert die Gruppenelemente nur; die Summe
bleibt bis auf die Reihenfolge der Summanden gleich. Also liegt $S(a)$ für
jedes $a ∈ L$ im Fixkörper, das heißt, $S$ ist eine Abbildung $S : L → K$.
\schritt{Schritt 2: Je $n+1$ Elemente von $L$ sind über $K$ linear abhängig.}
Es seien $a_1, …, a_{n+1} ∈ L$ gegeben. Betrachte das lineare
Gleichungssystem über dem Körper $L$,
\begin{equation*}
\sum_{k=1}^{n+1} σ_i^{-1}(a_k)·X_k = 0, \quad i = 1, …, n,
\end{equation*}
mit $n$ Gleichungen und $n+1$ Variablen. Aus der Linearen Algebra wissen wir,
dass es einen nicht-trivialen Lösungsvektor $(y_1, …, y_{n+1}) ∈ L^{n+1}$
gibt; nach Umnummerierung dürfen wir $y_1 ≠ 0$ annehmen.
Wir dürfen zusätzlich annehmen, dass $S(y_1) ≠ 0$ ist. Betrachte dazu für $λ
∈ L^*$ die skalierten Vektoren $(λ·y_1, …, λ·y_{n+1})$; diese sind ebenfalls
Lösungen des Gleichungssystems. Die Funktion
\begin{equation*}
L^* → L, \quad λ ↦ S(λ·y_1) = \sum_{i=1}^{n} σ_i(y_1)·σ_i(λ)
\end{equation*}
ist eine Linearkombination der paarweise verschiedenen Charaktere $σ_1, …,
σ_n$ mit den Koeffizienten $σ_i(y_1) ≠ 0$. Nach dem Satz über die lineare
Unabhängigkeit von Charakteren,
Satz~\vref{Satz_lineare_Unabhaengigkeit_von_Charakteren}, ist diese Funktion
nicht die Nullfunktion. Wähle also $λ$ mit $S(λ·y_1) ≠ 0$ und ersetze den
Lösungsvektor durch den skalierten Vektor.
Jetzt wenden wir für jeden Index $i$ den Automorphismus $σ_i$ auf die
$i$.te Gleichung an und erhalten
\begin{equation*}
0 = σ_i\left( \sum_{k=1}^{n+1} σ_i^{-1}(a_k)·y_k \right)
= \sum_{k=1}^{n+1} a_k·σ_i(y_k).
\end{equation*}
Summieren über $i$ liefert
\begin{equation*}
0 = \sum_{i=1}^{n} \sum_{k=1}^{n+1} a_k·σ_i(y_k)
= \sum_{k=1}^{n+1} a_k·\underbrace{S(y_k)}_{∈\, K}.
\end{equation*}
Das ist eine $K$-Linearkombination der Elemente $a_1, …, a_{n+1}$, und wegen
$S(y_1) ≠ 0$ ist sie nicht trivial. Also sind die Elemente $a_1, …, a_{n+1}$
über $K$ linear abhängig, und $\dim_K L ≤ n$ ist gezeigt.
\end{proof}
\section{Die Klassifikation endlicher Körper}
\label{sec:klassEK}
Bevor wir zum Hauptsatz der Galoistheorie kommen, kann ich es nicht lassen,
Ihnen sofort eine Anwendung des Satzes von Emil Artin zu zeigen: die
Klassifikation der endlichen Körper. Wir kennen schon einige endliche Körper:
gegeben eine Primzahl $p ∈ ℕ$, dann haben wir den Körper $𝔽_p = ℤ/(p)$
betrachtet. Es gibt aber noch andere.
\begin{bsp}[Konstruktion endlicher Körper, \mathlib{FieldTheory/Finite/GaloisField.html\#GaloisField}]\label{bsp:kek}\index{Körper!endlich}
Gegeben sei eine Primzahl $p ∈ ℕ$. Weiter sei $q$ eine Potenz von $p$, also
eine Zahl der Form $q = p^m$ für ein geeignetes $m ∈ ℕ$. Es sei $𝔽_q$\index{*Fq@$𝔽_q$ (Körper mit $q$ Elementen)|textbf} der
Zerfällungskörper des Polynoms $f(x) = x^q-x ∈ 𝔽_p[x]$. Ich behaupte, dass
dieser Körper genau $q$ Elemente hat. Dazu stelle ich erst einmal fest, dass
$f'(x) = -1$ ist. Also hat $f$ keine mehrfachen Nullstellen; es folgt, dass $f$
genau $q$ unterschiedliche Nullstellen hat; dies zeigt schon einmal, dass
$𝔽_q$ mindestens $q$ Elemente hat. Wir sind fertig, wenn wir zeigen, dass
die Menge dieser Nullstellen ein Körper ist (der dann ja wohl der
Zerfällungskörper sein muss). Dazu verwende Satz~\ref{DefSatz_Fixkoerper} und
beachte, dass die Nullstellen von $f$ genau die Fixpunkte des iterierten
Frobeniusmorphismus $F^{m}$ sind.
\end{bsp}
Der folgende Satz zeigt, dass jeder endliche Körper auf diese Weise entsteht.
\begin{satz}[Klassifikation endlicher Körper, \mathlib{FieldTheory/Finite/GaloisField.html\#GaloisField.algEquivGaloisField}]\label{Satz_Klassifikation_endlicher_Koerper}\index{Klassifikation!endlicher Körper|textbf}\index{Frobenius-Endomorphismus}\index{Galoisgruppe!einer Körpererweiterung}
Es sei $K$ ein endlicher Körper mit Primkörper $𝔽_p ⊆ K$. Weiter
sei $p$ die Charakteristik von $K$ und $q$ sei die Anzahl der Elemente. Dann
ist $q = p^{[K:𝔽_p]}$ und $K$ ist isomorph zum Körper $𝔽_q$ aus
Beispiel~\ref{bsp:kek}. Die Galoisgruppe $\Gal(K/𝔽_p)$ ist von der Form
$ℤ/([K:𝔽_p])$ und wird durch den Frobeniusmorphismus erzeugt.
\end{satz}
\begin{proof}[Beweis, \video{17-4}]
Ein Element von $\Gal(K/𝔽_p)$ kennen wir schon aus
Beispiel~\vref{bsp:15-1-7}: den Frobenius-Morphismus $F : K → K$. Die Gruppe
$\Gal(K/𝔽_p)$ ist endlich, also existiert eine Zahl $m ∈ ℕ$ mit $F^m = \Id$.
Wähle $m$ minimal mit dieser Eigenschaft. Dann sind die Potenzen $\Id_K, F,
F², …, F^{m-1}$ paarweise verschieden\footnote{Aus $F^i = F^j$ mit $0 ≤ i < j
< m$ folgte $F^{j-i} = \Id$ mit $0 < j-i < m$, im Widerspruch zur Minimalität
von $m$.}, und
\begin{equation*}
G := \{ \Id_K, F, F², …, F^{m-1} \} ⊆ \Gal(K/𝔽_p)
\end{equation*}
ist eine zyklische Untergruppe der Größe $m$.
Nach Beispiel~\vref{bsp:15-1-7} sind die einzigen Elemente von $K$, die vom
Frobenius festgehalten werden, die Elemente von $𝔽_p$; also ist $\Fix G =
𝔽_p$. Der Satz von Artin, Satz~\vref{Theorem_von_E_Artin}, sagt jetzt:
$K/𝔽_p$ ist Galoisch mit Galoisgruppe $\Gal(K/𝔽_p) = G$. Insbesondere ist
\begin{equation*}
m = |G| = [K : 𝔽_p] = \dim_{𝔽_p} K,
\end{equation*}
die Galoisgruppe ist zyklisch von der Form $ℤ/(m)$ und wird vom Frobenius
erzeugt, und der $𝔽_p$-Vektorraum $K$ hat $q = p^m$ viele Elemente.
Es bleibt zu zeigen, dass $K$ isomorph zum Körper $𝔽_q$ aus
Beispiel~\vref{bsp:kek} ist. Für alle $a ∈ K$ gilt
\begin{equation*}
a^{(p^m)} = F^m(a) = a,
\end{equation*}
das heißt, jedes Element von $K$ ist Nullstelle des Polynoms $x^{(p^m)} - x ∈
𝔽_p[x]$. Dieses Polynom vom Grad $p^m$ hat also in $K$ bereits $p^m$
verschiedene Nullstellen, nämlich sämtliche Elemente von $K$; es zerfällt
deshalb über $K$ in Linearfaktoren, und $K$ wird von den Nullstellen erzeugt.
Mit anderen Worten: $K$ ist der Zerfällungskörper des Polynoms $x^{(p^m)} - x$
über $𝔽_p$. Der Körper $𝔽_q$ ist per Konstruktion ebenfalls ein
Zerfällungskörper dieses Polynoms. Nach der Eindeutigkeit des
Zerfällungskörpers, Satz~\vref{satz:13-0-3}, ist also $K ≅ 𝔽_q$.
\end{proof}
\section{Der Hauptsatz der Galoistheorie}
\sideremark{Vorlesung 18}Jetzt kommen wir also zum Hauptsatz. Gegeben eine
Körpererweiterung $L/K$ und eine Untergruppe der Galoisgruppe, dann liefert uns
die Fixkörperkonstruktion einen Zwischenkörper. Falls $L/K$ Galois ist, dann
sagt der Hauptsatz, dass auf diese Weise eine Korrespondenz\index{Galois-Korrespondenz|see{Hauptsatz der Galoistheorie}} zwischen
Untergruppen und Zwischenkörpern entsteht. Dies reduziert die Frage nach
Zwischenkörpern auf ein gruppentheoretisches Problem.
Die Formulierung des Hauptsatzes verwendet folgende Beobachtung, die ich
eigentlich schon im Abschnitt~\ref{sec:gruppen} hätte bringen sollen.
\begin{obs}[Index einer Untergruppe, \mathlib{GroupTheory/Coset/Card.html\#Subgroup.card_subgroup_dvd_card}]\label{obs:Index}
Es sei $G$ eine endliche Gruppe und es sei $H ⊂ G$ eine Untergruppe. Dann ist
die Zahl $|H|$ ein Teiler von $|G|$. Zum Beweis definierte man eine
Äquivalenzrelation: zwei Elemente $a$ und $b$ aus $G$ seien äquivalent, wenn
es ein Element $h ∈ H$ gibt, sodass $a = h·b$ ist. Man rechne nach, dass
dies tatsächlich eine Äquivalenzrelation ist, und dass alle Äquivalenzklassen
die gleiche Größe haben, nämlich $|H|$. Also ist die Größe von $G$ gegeben
als $|G| = |H|·\#(\text{Äquivalenzklassen})$. Man schreibt
\[
[G:H] = \factor{|G|}{|H|}
\]
und nennt diese Zahl den \emph{Index}\index{Index einer Untergruppe|textbf} der Untergruppe $H ⊂ G$.
\end{obs}
\begin{satz}[Hauptsatz der Galoistheorie, \mathlib{FieldTheory/Galois/Basic.html\#IsGalois.intermediateFieldEquivSubgroup}]\label{Satz_Hauptsatz_Galoistheorie}\index{Hauptsatz!der Galoistheorie|textbf}\index{Zwischenkörper}
Es sei $L/K$ eine Galoiserweiterung und es sei $G = \Gal(L/K)$ die
Galoisgruppe. Dann gilt Folgendes.
\begin{enumerate}
\item\label{Satz_Hauptsatz_Galoistheorie_Aussage_1} Für jeden Zwischenkörper
$Z$ von $L/K$ ist $\Gal(L/Z)$ eine Untergruppe von $G$. Für jede
Untergruppe $H⊂ G$ ist $\Fix{H} ⊂ L$ ein Zwischenkörper von $L/K$.
\item\label{Satz_Hauptsatz_Galoistheorie_Aussage_2} Die so definierten
Abbildungen
\[
\begin{aligned}
\begin{matrix}
\Gal\bigl(\factor{L}{•}\bigr) &:& \{\text{Zwischenkörper}\} &→& \{\text{Untergruppen}\} \\[1mm]
&\quad& Z &↦ & \Gal\bigl(\factor{L}{Z}\bigr) \\[4mm]
\Fix(•) &:& \{\text{Untergruppen}\} &→& \{\text{Zwischenkörper}\} \\[1mm]
&\quad& H& ↦& \Fix\bigl(H\bigr)
\end{matrix}
\end{aligned}
\]
sind zueinander inverse Bijektionen.
\item\label{Satz_Hauptsatz_Galoistheorie_Aussage_3} Die Abbildungen
$\Gal\bigl(\factor{L}{•}\bigr)$ und $\Fix(•)$ sind inklusionsumkehrend und
indexerhaltend. Präzise: wenn $H_1$ und $H_2$ Untergruppen von $G$ und wenn
$Z_1$ und $Z_2$ Zwischenkörper sind, dann gilt Folgendes.
\begin{itemize}
\item Falls $Z_1 ⊆ Z_2$ ist, dann ist
\begin{align*}
\Gal\bigl(\factor{L}{Z_1}\bigr) & ⊇ \Gal\bigl(\factor{L}{Z_2}\bigr) && \text{und} \\
[Z_2:Z_1] & = \left[\Gal\bigl(\factor{L}{Z_1}\bigr) : \Gal\bigl(\factor{L}{Z_2}\bigr)\right],
\end{align*}
\item Falls $H_1 ⊆ H_2$ ist, dann ist
\begin{align*}
\Fix{H_1} & ⊇ \Fix{H_2} && \text{und} \\
[H_2:H_1] & = [\Fix{H_1} : \Fix{H_2}].
\end{align*}
\end{itemize}
\item\label{Satz_Hauptsatz_Galoistheorie_Aussage_4} Für jedes $σ ∈ G$ und
jeden Zwischenkörper $Z$ ist $σ(Z)$ ein Zwischenkörper und es ist
\begin{equation*}
\Gal\bigl(\factor{L}{σ(Z)}\bigr) = σ◦\Gal\bigl(\factor{L}{Z}\bigr)◦σ^{-1}.
\end{equation*}
\item\label{Satz_Hauptsatz_Galoistheorie_Aussage_5} Für einen Zwischenkörper
$Z$ ist $Z/K$ genau dann Galoisch, wenn $\Gal(L/Z)$ eine normale Untergruppe\index{Normalteiler}
von $G = \Gal(L/K)$ ist, das heißt, wenn für alle $σ∈ G$
\begin{equation*}
σ◦\Gal\bigl(\factor{L}{Z}\bigr)◦σ^{-1} = \Gal\bigl(\factor{L}{Z}\bigr)
\end{equation*}
ist. Wenn dies der Fall sein sollte, dann ist
\begin{equation*}
\Gal\bigl(\factor{Z}{K}\bigr) ≅ \factor{\Gal\bigl(\factor{L}{K}\bigr)}{\Gal\bigl(\factor{L}{Z}\bigr)}.
\end{equation*}
\end{enumerate}
\end{satz}
\begin{proof}[Beweis, \video{18-1} und \video{18-2}]
Ich beweise die
Teilaussagen~\ref{Satz_Hauptsatz_Galoistheorie_Aussage_1}--\ref{Satz_Hauptsatz_Galoistheorie_Aussage_4}.
\schritt{Beweis von \ref{Satz_Hauptsatz_Galoistheorie_Aussage_1}.} Gegeben sei
ein Zwischenkörper $K ⊆ Z ⊆ L$. Dann ist klar, dass $\Gal(L/Z) ⊆ \Gal(L/K)$
eine Untergruppe ist, denn jeder $Z$-Morphismus ist ein $K$-Morphismus.
Gegeben eine Untergruppe $H ⊆ \Gal(L/K)$, dann ist $\Fix H$ nach
\vref{DefSatz_Fixkoerper} ein Unterkörper von $L$; er enthält $K$, weil alle
Elemente von $H$ den Körper $K$ punktweise festlassen.
\schritt{Beweis von \ref{Satz_Hauptsatz_Galoistheorie_Aussage_2}.} Wir müssen
zwei Aussagen zeigen: Für jede Untergruppe $H ⊆ \Gal(L/K)$ ist $H =
\Gal\bigl(L/\Fix H\bigr)$, und für jeden Zwischenkörper $Z$ ist $Z =
\Fix\bigl(\Gal(L/Z)\bigr)$.
Die erste Aussage ist genau der Satz von Emil Artin,
Satz~\vref{Theorem_von_E_Artin}. Für die zweite Aussage ist die Inklusion $Z
⊆ \Fix\bigl(\Gal(L/Z)\bigr)$ klar. Nach
Beispiel~\vref{Markierung_fuer_Beweis_Hauptsatz_Galois_Aussage_1_1} ist $L/Z$
Galoisch, und mit dem Satz von Artin folgt
\begin{equation*}
\Bigl[L : \Fix\bigl(\Gal(L/Z)\bigr)\Bigr]
= |\Gal(L/Z)|
= [L:Z].
\end{equation*}
Mit der Gradformel folgt $\bigl[\Fix\bigl(\Gal(L/Z)\bigr) : Z\bigr] = 1$, also
die behauptete Gleichheit.
\schritt{Beweis von \ref{Satz_Hauptsatz_Galoistheorie_Aussage_3}.} Die
Inklusionsumkehrung ist in beiden Richtungen klar: Für Untergruppen $H_1 ⊆
H_2$ ist
\begin{equation*}
\Fix(H_1) = \{a ∈ L \::\: σ(a) = a\ \forall σ ∈ H_1\}
\:⊇\: \{a ∈ L \::\: σ(a) = a\ \forall σ ∈ H_2\} = \Fix(H_2),
\end{equation*}
und für Zwischenkörper $Z_1 ⊆ Z_2$ ist jeder $Z_2$-Morphismus insbesondere ein
$Z_1$-Morphismus, also $\Gal(L/Z_1) ⊇ \Gal(L/Z_2)$. Für die Indexerhaltung
rechnen wir mit der Gradformel, Satz~\vref{satz:3-6-1}, und dem Satz von
Artin:
\begin{equation*}
[Z_2 : Z_1]
= \frac{[L:Z_1]}{[L:Z_2]}
= \frac{|\Gal(L/Z_1)|}{|\Gal(L/Z_2)|}
= \bigl[\Gal(L/Z_1) : \Gal(L/Z_2)\bigr].
\end{equation*}
Die analoge Aussage für Untergruppen $H_1 ⊆ H_2$ folgt genauso, wenn man
mithilfe von \ref{Satz_Hauptsatz_Galoistheorie_Aussage_2} die Gruppen $H_i$
als $\Gal(L/\Fix H_i)$ schreibt.
\schritt{Beweis von \ref{Satz_Hauptsatz_Galoistheorie_Aussage_4}.} Gegeben
seien ein Zwischenkörper $Z$ und ein $σ ∈ \Gal(L/K)$; die Bildmenge $σ(Z)$ ist
offenbar wieder ein Zwischenkörper. Ich zeige zuerst die Inklusion
\begin{equation*}
σ(Z) \:⊆\: \Fix\bigl( σ◦\Gal(L/Z)◦σ^{-1} \bigr).
\end{equation*}
Seien dazu ein $a ∈ σ(Z)$ und ein Element $σ◦τ◦σ^{-1} ∈ σ◦\Gal(L/Z)◦σ^{-1}$
gegeben. Schreibe $a = σ(b)$ mit $b ∈ Z$; dann ist
\begin{equation*}
(σ◦τ◦σ^{-1})(a) = σ\bigl(τ(b)\bigr) = σ(b) = a,
\end{equation*}
denn $τ ∈ \Gal(L/Z)$ lässt das Element $b ∈ Z$ fest. Zusätzlich gilt
\begin{equation*}
\bigl|σ◦\Gal(L/Z)◦σ^{-1}\bigr| = |\Gal(L/Z)| = [L:Z] = [L:σ(Z)];
\end{equation*}
die letzte Gleichung gilt, weil der Automorphismus $σ$ die Erweiterung $L/Z$
isomorph auf die Erweiterung $L/σ(Z)$ abbildet. Der Satz von Artin, angewendet
auf die Untergruppe $σ◦\Gal(L/Z)◦σ^{-1}$, liefert zusammen mit der Gradformel
\begin{equation*}
σ(Z) = \Fix\bigl( σ◦\Gal(L/Z)◦σ^{-1} \bigr),
\end{equation*}
und mit \ref{Satz_Hauptsatz_Galoistheorie_Aussage_2} folgt
$\Gal\bigl(L/σ(Z)\bigr) = σ◦\Gal(L/Z)◦σ^{-1}$.
Für die letzte Teilaussage: Gegeben sei ein Zwischenkörper $Z$. Als
Zwischenkörper der separablen Erweiterung $L/K$ ist $Z/K$ nach
Satz~\vref{Satz_separabilitaet_Zwischenkoerper} auf jeden Fall separabel. Wir
erhalten deshalb eine Kette von Äquivalenzen:
\begin{align*}
& Z/K \text{ ist Galoisch} \\
⇔\ & Z/K \text{ ist normal}
&& \text{separabel ist automatisch} \\
⇔\ & \text{für jeden $K$-Morph.~} τ : Z → \overline{L}
\text{ ist } τ(Z) = Z
&& \text{Satz~\ref{satz:h4}} \\
⇔\ & \text{für jeden $K$-Morph.~} τ : L → \overline{L}
\text{ ist } τ(Z) = Z
&& \text{Satz~\ref{Satz_K_Morphismus_Fortsetzung}} \\
⇔\ & \text{für jedes } τ ∈ \Gal(L/K) \text{ ist } τ(Z) = Z
&& \text{$L/K$ normal, Satz~\ref{satz:h4}} \\
⇔\ & \text{für jedes } τ ∈ \Gal(L/K) \text{ ist }
\Gal\bigl(L/τ(Z)\bigr) = \Gal(L/Z)
&& \text{Teil~\ref{Satz_Hauptsatz_Galoistheorie_Aussage_2}} \\
⇔\ & \text{für jedes } τ ∈ \Gal(L/K) \text{ ist }
τ◦\Gal(L/Z)◦τ^{-1} = \Gal(L/Z)
&& \text{Teil~\ref{Satz_Hauptsatz_Galoistheorie_Aussage_4}} \\
⇔\ & \Gal(L/Z) \text{ ist normale Untergruppe von } \Gal(L/K).
&& \text{Definition}
\end{align*}
Bei der dritten Äquivalenz beachte man: Jeder $K$-Morphismus $Z →
\overline{L}$ lässt sich nach Satz~\ref{Satz_K_Morphismus_Fortsetzung} zu
einem $K$-Morphismus $L → \overline{L}$ fortsetzen, und umgekehrt kann man
jeden $K$-Morphismus $L → \overline{L}$ auf $Z$ einschränken. Bei der vierten
Äquivalenz geht ein, dass $L/K$ normal ist: Jeder $K$-Morphismus $L →
\overline{L}$ hat das Bild $L$, ist also ein Element der Galoisgruppe.
Es sei jetzt also $Z/K$ Galoisch, insbesondere normal; nach der obigen Kette
ist dann $σ(Z) = Z$ für alle $σ ∈ \Gal(L/K)$. Also habe ich eine
Einschränkungsabbildung
\begin{equation*}
φ : \Gal(L/K) → \Gal(Z/K), \quad σ ↦ σ|_Z,
\end{equation*}
und das ist offenbar ein Gruppenmorphismus. Es gilt Folgendes.
\begin{itemize}
\item Die Abbildung $φ$ ist surjektiv: Jeder $K$-Morphismus $Z → Z ⊆ L$ kann
nach Satz~\ref{Satz_K_Morphismus_Fortsetzung} zu einem $K$-Morphismus $L →
\overline{L}$ fortgesetzt werden, und weil $L/K$ normal ist, ist die
Fortsetzung ein Element von $\Gal(L/K)$.
\item Ein Element $σ ∈ \Gal(L/K)$ liegt genau dann im Kern von $φ$, wenn
$σ|_Z = \Id_Z$ ist, das heißt, wenn der $K$-Morphismus $σ$ bereits ein
$Z$-Morphismus ist. Also ist $\ker(φ) = \Gal(L/Z)$.
\end{itemize}
Mit dem Homomorphiesatz für Gruppen, den wir aus der Linearen Algebra kennen
und in Kapitel~\ref{chap:17} wiederholen, folgt insgesamt
\begin{equation*}
\Gal\bigl(\factor{Z}{K}\bigr)
≅ \factor{\Gal\bigl(\factor{L}{K}\bigr)}{\Gal\bigl(\factor{L}{Z}\bigr)}.
\qedhere
\end{equation*}
\end{proof}
\begin{bemerkung}[Widerliche Rechthaberei]
Sehen Sie, warum ich in der ersten Woche der Vorlesungszeit so viel Aufhebens
um den Begriff der normalen Untergruppe gemacht habe?
\end{bemerkung}
\section{Ein Beispiel}
Um den Hauptsatz der Galoistheorie\index{Hauptsatz!der Galoistheorie} zu illustrieren, setzen wir das
Beispiel~\vref{bsp:x-2} fort. Sei also wieder $K = ℚ$ und sei $N$ der
Zerfällungskörper von $f(x) = x³-2 ∈ ℚ[x]$. Wir haben bereits gezeigt, dass
$[N:K] = 6$ ist. Mit $ξ = e^{\frac{2π i}{3}}$ und
\[
a_1=\sqrt[3]{2}, \quad a_2 = ξ·\sqrt[3]{2} \quad\text{und}\quad a_3=ξ²·\sqrt[3]{2}
\]
gilt
\begin{equation*}
N = ℚ\bigl(a_1, a_2, a_3\bigr) = ℚ\bigl(\sqrt[3]{2}, \sqrt{3}·i\bigr).
\end{equation*}
Dann ist $\Gal(N/ℚ) ≅ S_3$ die volle Permutationsgruppe der Nullstellenmenge
$\{a_1, a_2, a_3\}$. Wir haben folgende Untergruppen von $S_3$:
\[
\begin{tikzcd}[column sep=tiny]
& & S_3 \\
\{\Id, (12) \} \ar[urr, hook] & \{\Id, (13) \} \ar[ur, hook] & & \{\Id, (23) \} \ar[ul, hook]&\{\Id, (123), (132)\} \ar[ull, hook]\\
& & \{\Id\} \ar[ull, hook] \ar[ul, hook] \ar[ur, hook] \ar[urr, hook]
\end{tikzcd}
\]
und folgende Zwischenkörper\index{Zwischenkörper} von $N/ℚ$,
\[
\begin{tikzcd}[column sep=tiny]
& & ℚ \ar[dll, hook] \ar[dl, hook] \ar[dr, hook] \ar[drr, hook] \\
ℚ(a_3) \ar[drr, hook] & ℚ(a_2) \ar[dr, hook] & & ℚ(a_1) \ar[dl, hook]& ℚ\bigl(\sqrt3·i\bigr) \ar[dll, hook]\\
& & N.
\end{tikzcd}
\]
Diese Behauptung wirft die Frage auf, wieso der Fixkörper der Gruppe $\{\Id,
(123), (132)\}$ gleich $ℚ\bigl(\sqrt3·i\bigr)$ sein sollte. Sie haben sich
vermutlich schon in Beispiel~\ref{bsp:x-2} gefragt, wieso die komplexe Zahl
$\sqrt3·i$ überhaupt in $N$ liegt. Dann haben Sie nachgerechnet und konnten
$\sqrt3·i$ mithilfe der $a_1$, $a_2$ und $a_3$ ausdrücken. Schauen Sie sich
diesen Ausdruck einmal ganz scharf an. Wenn Sie nicht weiterkommen, sprechen
Sie uns an!
%%% Local Variables:
%%% mode: latex
%%% TeX-master: "AlgebraZahlentheorie"
%%% End: